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Dichtwand südlich von Proschim soll Seen schützen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 21. Februar 2008

Lausitzer Rundschau, 22.02.2008

Wasserrechtliches Gutachten für die Jahre 2009 bis 2022 in Arbeit

Dichtwand südlich von Proschim soll Seen schützen

Südlich von Proschim soll eine 10,2 Kilometer lange Dichtwand entstehen. Das sieht das wasserrechtliche Gutachten für den Tagebau Welzow-Süd für die Jahre 2009 bis 2022 vor. Mit der Wand soll verhindert werden, dass der absinkende Grundwasserspiegel die Lausitzer Seenkette gefährdet, erklärt Dr.-Ing. Klaus Freytag, Präsident des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe. Dadurch werde eine Fortführung des Tagebaus um das Teilfeld II nicht vorweggenommen, betont er.

Die Pläne zum Bau der Dichtwand sorgen für Unruhe in Proschim. Für einige Einwohner ist klar, dass damit ihr Dorf für den Tagebau «trockengelegt» werden soll, wie sie sagen. Sie sind fest überzeugt, dass damit die Erweiterung des Tagebaus vorbereitet wird. «Warum sollten sie die Wand denn auch im Süden von Proschim ziehen und nicht im Norden?» , fragt Marianne Kapelle empört. Sie werde ihre Waldgrundstücke nicht dafür zur Verfügung stellen, betont sie. Anfragen vonseiten des Bergbauunternehmens Vattenfall habe es bereits gegeben.

Doch die Vorwürfe weist Landesbergamtchef Freytag von sich. «So weit im Voraus für das Teilfeld II können wir wasserrechtlich gar nicht planen» , erklärt Freytag. «Wir reden hier von Jahrzehnten.» Aus diesem Grund sei das wasserrechtliche Verfahren für das Teilfeld I auch aufgeteilt worden.

Warum nun eine Dichtwand erforderlich werde, liege am weiteren Vorrücken des Tagebaus in Richtung Süden. «Der Tagebau nähert sich in den kommenden Jahren um einige Kilometer der zu schützenden Restlochkette» , erklärt er. «Die Dichtwand muss deshalb möglichst nahe entlang der Seen gezogen werden, damit sich dort ein ungestörter Wasserhaushalt einstellen kann.»

Auf den Plänen, die einen dicken Aktenordner füllen, ist die Dichtwand noch eine grüne Linie. Sie verläuft südlich des Welzower Flugplatzes, folgt der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg in weiten Teilen und endet südlich vom alten Haidemühl. Direkt dahinter liegen der Blunoer, Partwitzer und Sedlitzer See. «Noch vor zehn Jahren waren die Seen fast leer» , sagt Freytag. Das schaffe völlig neue wasserwirtschaftliche Voraussetzungen.


84 Millionen Kubikmeter Wasser

Damit überhaupt Kohle gefördert werden kann, muss der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. Das übernehmen Pumpen. Dort wo sie stehen, bilden sich Absenkungstrichter, die über den Tagebaurand hinausragen und damit Einfluss auf den Wasserhaushalt über das Abraumfeld hinaus haben. In Welzow-Süd werden dem Landesbergamtchef zufolge im Jahr rund 84 Millionen Kubikmeter Wasser gehoben und weitergeleitet. «Dafür ist eine Erlaubnis notwendig. Für Welzow-Süd läuft das Wasserrecht Ende 2008 aus» , so Freytag. Deshalb sei das neue Gutachten erforderlich. «Es ist eine logische Fortführung.»

Die wasserrechtliche Genehmigung sei im Jahr 1992 von der Vattenfall-Vorgängerin Laubag in Auftrag gegeben worden. Es liege noch bis Montag, 3. März, öffentlich in den Rathäusern von Welzow, Spremberg und Drebkau aus. Im Mai folge ein Erörterungstermin, zu dem laut Klaus Freytag alle eingeladen werden, die sich an dem Verfahren beteiligt haben.


Stellungnahme der Stadt Welzow

Auch die Stadt Welzow wird dazu angehört, wie der amtierende Bürgermeister Detlef Pusch (parteilos) bestätigt. Eine entsprechende Stellungnahme sei bereits in Arbeit. «Das Papier muss aber noch die Ausschüsse durchlaufen und die Zustimmung der Stadtverordneten bekommen» , sagt Pusch.

In der jüngsten Stadtverordnetensitzung waren auf Antrag des Proschimer Abgeordneten Günter Jurischka (CDU) zwei Beschlüsse von der Tagesordnung des nicht öffentlichen Teiles genommen worden, die dem Bergbauunternehmen Vattenfall eine Nutzung von Flurstücken in Proschim und Haidemühl ermöglichen sollten, um die Dichtwand zu errichten. «Das gehört in den öffentlichen Teil» , hatte Jurischka erklärt und angefügt: «Das Gutachten muss erst einmal bekannt werden, bevor wir hier solche Beschlüsse fassen. Noch haben wir Zeit.»

Von Peggy Kompalla

 
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