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Lausitzer Rundschau, 30.04.2008 Ortsbürgermeister kündigt Widerstand an Türkendorfer gegen neue Tagebau-Pläne Türkendorf. Der Spremberger Ortsteil Türkendorf stellt sich gegen die neuen Tagebaupläne des Bergbauunternehmens Vattenfall. Das machte Ortsbürgermeister Wolfgang Jaekel (parteilos) während der jüngsten Beiratssitzung deutlich.«Wir kämpfen gegen den Aufschluss eines neuen Tagebaus» , verkündete er. Kürzlich habe es ein Gespräch mit Sprembergs Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und dem Bergbauunternehmen gegeben. Dabei sei klar geworden, wie dicht Türkendorf an einem möglichen Tagebau Spremberg-Ost stehen werde.
«Bei uns in Türkendorf wird einmal die Tagebaukante entlang laufen“, erklärte Jaekel anhand von Kartenmaterial. Um die Dimension zu verdeutlichen, schob er nach: „Sie reicht bis auf 100 Meter Entfernung an die Gärtnerei Koschker heran.» Jaekel erklärte, dass das Genehmigungsverfahren für Spremberg-Ost zwar erst im Jahr 2015 eröffnet werden solle und der eigentliche Tagebau noch einmal Jahre später beginnen werde. «Aber wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und an die nächste Generation denken» , sagte der Ortsbürgermeister. So hätten sich bereits viele Türkendorfer an der Brandenburger Volksinitiative „Keine neuen Tagebaue – für eine zukunftsfähige Energiepolitik“ beteiligt. Die Initiative sammele Unterschriften, damit sich der Landtag nochmals mit dem Thema Energiepolitik und Braunkohle beschäftigt. Wolfgang Jaekel zählte die Belastungen eines Tagebaues direkt vor der Haustür auf: absinkendes Grundwasser, Lärm, Staub, Landverlust und sinkende Immobilienpreise. «Dann wird auch die Jugend von hier weggehen. Das Dorf ist dann leer» , erklärte der Ortsbürgermeister und legte nach: «Am schlimmsten wäre es, wenn der Tagebau kommt und Teile von Türkendorf bleiben stehen. Dann sollten die Bürger lieber gleich ordentlich entschädigt werden, damit sie sich eine neue Heimat suchen können und nicht an der Tagebaukante leben müssen.» (ak) |