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Lausitzer Rundschau, 02.06.2008 Eike von der Linden über Kupfer und andere Metalle in Spremberger Erzen 900 bis 1100 Arbeitsplätze in Sicht Die Probebohrungen für eine Kupferförderung auf den Feldern Spremberg und Graustein wird sich wegen des Rechtsstreits um weitere sechs bis neun Monate verschieben. Das kündigte am Mittwoch Eike von der Linden, Geschäftsführer der Kupferschiefer Lausitz (KSL) GmbH, im Spremberger Stadtparlament an. Es sei denn, die KSL suche das Gespräch zu der klagenden Grauwacke GmbH und es würde eine Form der Kooperation gefunden, sagt von der Linden. Die Kupferförderung soll 900 bis 1100 Arbeitsplätze für die Spremberger Region bringen.
Wie viele Jobs es tatsächlich werden, hänge von dem Stadium ab, in dem das Kupfer veräußert wird. 900 Jobs könnten es werden, wenn ein Konzentrat, das zu 21 Prozent Kupfer enthält, an die Schmelzer verkauft werde, wie von der Linden erklärte. Über 1000 Jobs könnten es werden, wenn sich für die KSL die Weiterverarbeitung zum hochgradigen Raffinadekupfer, der so genannten Kathode, rechnen würde. Wie der Geschäftsführer sagte, soll die Übertage-Anlage im Industriegebiet Spremberg-Ost angesiedelt werden. Die endgültige Lage dieser Anlagen sei noch von dem Ergebnis der seismischen Messung abhängig. Das Erz in den Spremberger und Grausteiner Feldern habe einen Kupfergehalt von 1,4 bis 1,5 Prozent. Mit einer Art Tunnel soll unter Tage zwei Schächte aufgeschlossen werden. Über Bänder werde das Erz dann zu den Schächten transportiert. Ist der Kupferabbau auf einer Seite geschafft, würden die Hohlräume mit Betonversatz gefüllt und ausgehärtet, während die Bandförderanlage schon wieder in der anderen Richtung Erz zu Tage bringt. Durch den Vollversatz, erklärte Eike von der Linden, würden Absenkungen verhindert. Das während der Förderung abzupumpende Wasser soll nach einer Reinigung in die Spree eingeleitet werden. Zugleich versicherte der Geschäftsführer, dass kein Schlammteich gebraucht werde, «denn unser Nebengestein können wir in den Tagebauen ablagern» , das sei bereits mit Vattenfall geklärt. Im Gegenzug wolle der schwedische Energiekonzern mehr Details über seine Braunkohleflötze in Spremberg-Ost erfahren und prüfen, ob sich die Gesteinsschichten für eine Einlagerung von Kohlendioxid eignen.
Silber und Kohlenwasserstoffe Als von der Linden auch noch die Suche der Erdgas Erdöl GmbH nach potenziellen Kohlenwasserstoffvorkommen andeutete, horchte so mancher Stadtverordneter auf. Sollte Spremberg bald sein eigenes Erdöl haben? Und von der Linden hatte noch mehr Flöhe für Sprembergs Ohren. Eine Tonne des zu Tage geförderten Erzes könnte 20 Gramm Silber enthalten, ein bisschen Gold, Kobalt, Nickel und Vanadium, zählte der KSL-Geschäftsführer auf. Durch die Pyro-Metallurgie könnten diese Nebenmetalle herausgelöst werden. «Aber das ist ein sehr teures Verfahren» , sagt Eike von der Linden. Doch dies wäre ein Punkt, wozu die KSL mit der Anglo American Exploration Group, zu der die Lausitzer Grauwacke gehört, ins Gespräch kommen könnte, so Eike von der Linden. Der Geschäftsführer hofft, dass Ende des Jahres 2009 / Anfang des Jahres 2010 die Vorbereitungen und Planungen abgeschlossen sein könnten. Vier Jahre werde es dann dauern, bis die Anlage steht. Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2014 könnte 2015 die Planproduktion erreicht werden. 100 000 Tonnen Kupfer sollen pro Jahr in Spremberg zu Tage kommen. Rund 20 Jahre könnte der Kupferbergbau laufen. «Während dieser Zeit werden wir hier im Industriegebiet Ost einen minimalen Fußabdruck setzen und danach keinen Fußabdruck hinterlassen» , versprach Eike von der Linden.
Rund 20 Jahre Kupferbergbau Für die 900 bis 1100 direkten Arbeitsplätzen sollen 75 bis 80 Prozent durch Menschen aus der Region besetzt werden. Doch da im Ruhrgebiet und an der Saar Gruben schließen, werden gerade am Anfang auch Fachkräfte aus jenen Regionen zuwandern. Obgleich der Kupferbergbau nur auf 20 Jahre angelegt sein soll, bekam der Stadtverordnete Franz-Georg Blaschke (CDU) versichert, dass das Kupferunternehmen in Spremberg in dieser Zeit auch Lehrstellen anbieten werde. Bergmechaniker und Hauer sollen unter anderem ausgebildet werden – und das möglichst so gut, dass die jungen Leute nach der Ausschöpfung des Kupferbergbaus in Spremberg anderswo schnell wieder Arbeit finden, so der KSL-Geschäftsführer. Von Annett Igel |