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Vattenfall begutachtet in Weißwasser Gebäudeschäden PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 3. Juni 2008

Lausitzer Rundschau,  03.06.2008

Allein vom Wohngebiet An der Rennbahn 20 Schadensanträge

Vattenfall begutachtet in Weißwasser Gebäudeschäden

 

Weißwasser.   Ein Gutachter der Firma Vattenfall ist dieser Tage An der Rennbahn in Weißwasser von Haus zu Haus gegangen, um beim Vor-Ort-Termin Schäden an Grundstücken und Gebäuden aufzunehmen. Allein aus dieser Eigenheimwohnsiedlung, an der, nur wenige hundert Meter entfernt, der Tagebau Nochten vorbeiführt, liegen dem Bergbauunternehmen Vattenfall Europe Mining 20 Anträge auf Anerkennung eines Bergschadens vor, wie Pressesprecher Peter Fromm bestätigte.

Mit Fotoapparat und Zollstock steht der Gutachter in der Einfahrt zur Kellergarage von Joachim Rehle, macht die letzten Bilder vom Mauerwerk und gibt ansonsten keinen Kommentar ab. Nicht gegenüber der Zeitung. Dazu ist er von Vattenfall nicht befugt, und es wäre auch noch viel zu früh.
Dafür berichtet Joachim Rehle umso bereitwilliger davon, was ihm schon lange auf der Seele liegt und langsam für ihn kritische Formen annimmt. Seit zwei Jahren ist Bewegung im Untergrund unter seinem Haus, anders sind die sich ausweitenden Schäden nicht zu erklären. Zwischen Terrasse und Hauswand klafft ein mittlerweile mehre Zentimeter großer Spalt. Das größte Problem aber ist erst jetzt aufgetreten: vor der Garageneinfahrt, dem am tief sten gelegenen Punkt des Hanglagen-Grundstücks ist der Regenwasser-Abfluss unbrauchbar geworden. «Die Rohrleitung ist einfach abgesackt» , erklärt Joachim Rehle. Für ihn ganz klar eine Folge einer Grundwasserabsenkung. Und wer, wenn nicht der Tagebau, sollte die verursacht haben, meint er.
Darin ist er sich mit Reinhard Fröhlich, der ein paar Häuser weiter wohnt, einig. Durch das Mauerwerk seines Wohnhaus, das erst 1986 gebaut worden war, zieht sich Riss an Riss – meist noch haarfein, vom Putz zusammengehalten. «Aber irgendwann setzt sich da der Frost hinein, dann werden sie größer» , weiß Fröhlich, der sich nichts vormachen lässt.
«Ich habe selbst bei einer Firma gearbeitet, die sich mit Bergbausanierung beschäftigt hat. Und ich weiß, was es bedeutet, dass die Risse erst seit zwei Jahren aufgetreten sind. Das muss mit dem Grundwasser zusammen hängen. Wir stehen hier ganz auf Ton und Lettich. Das arbeitet natürlich, wenn es Feuchtigkeit verliert.»
Der Gutachter lässt, der, wie Vattenfall bestätigt, bislang 16 der Antragsteller An der Rennbahn aufgesucht hat, sich auf so schnelle Schlüsse nicht ein. Im Fall von Reinhard Fröhlich, so berichtet dieser, hat er eine Markierung gesetzt, um nach einem Jahr zu sehen, ob und wie weit sich das Haus abgesenkt hat.
Wie lange es dauert, bis sein Antrag auf Anerkennung als Bergschaden geprüft und beschieden ist, ist aber noch unklar. «Wir haben die Schäden jetzt erst einmal aufgenommen» , sagt Peter Fromm. «Alles weitere hängt von der Sachlage ab und davon, wie schwerwiegend die Schäden sind oder nicht.»

 

Von Thoralf Schirmer

 

 
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