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Lausitzer Rundschau, 15.09.2008 Klima-Aktionstag klingt in Kerkwitz aus Demonstration gegen Abbaggerung in Jänschwalde Den Klima-Aktionstag am Kraftwerk Jänschwalde haben Teilnehmer am Samstagabend in Kerkwitz entspannt ausklingen lassen. Freiluftgottesdienst, Schülertheater, Liedermacher und die Gruppe «The Soulrippers» unterhielten die Gäste bis in den späten Abend.
Die Leute sollten nicht einfach so vom Klima-Aktionstag nach Hause geschickt werden, so René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus der Grünen Liga. Eine Fahrt in eines der bedrohten Dörfer sollte den Demonstranten die Landschaft zeigen, für die es sich jederzeit zu kämpfen lohne, so Schuster. Auf dem Weg von Jänschwalde nach Kerkwitz machten sie unter anderem Station am Tagebaurand sowie am Deulowitzer See unweit von Kerkwitz, den es nach einer möglichen Abbaggerung nicht mehr geben würde, so Schuster. Pfarrer Mathias Berndt aus Atterwasch und Pfarrer Ingolf Kschenka aus Forst-Noßdorf empfingen nach dem Ausflug die Demonstranten zum Gottesdienst auf dem Sportplatz in Kerkwitz. Der Bläserchor der Klosterkirche Guben sowie die Kirchenchöre Forst-Noßdorf und Atterwasch-Kerkwitz musizierten und sangen gemeinsam mit ihren Gästen, zu denen sich im Laufe des Abends immer mehr Einwohner aus Kerkwitz, Atterwasch und Grabko gesellten. Roland Lehmann, Ortsbürgermeister in Kerkwitz, freute sich über so viel Solidarität von Leuten, die mit der Region eigentlich gar nichts zu tun hätten. Bei der Demonstration in Jänschwalde sei deutlich geworden, dass viel mehr Menschen Anteil am Schicksal der betroffenen Dörfer nähmen, als gedacht. Das gebe Kraft für den langen Weg. Dass dieser nicht ganz aussichtslos scheint, davon ist Elisabeth Schroedter, Abgeordnete im Europäischen Parlament (Bündnis90/Die Grünen), überzeugt. Es gebe eine reale Hoffnung für den Erhalt der drei Schenkendöberner Gemeinden, so ihre Meinung. Sie glaube nicht, dass die Tagebaue ewig so weitergehen werden, denn erneuerbare Energien seien umweltfreundlicher. Dabei gehe es momentan lediglich um die Tatsache, dass Vattenfall die drei Dörfer in Anspruch nehmen möchte. Ausstellung spiegelt Gefühle wider
Eine Ausstellung zum Thema «Dein Dorf mit oder ohne Tagebau – Wie wünscht du dir deine Zukunft?» konnte am Samstag ebenfalls besucht werden. Menschen der Region waren aufgerufen, kreative Arbeiten aus ihrer Sichtweise zu gestalten. Gefühle sollten ausgedrückt werden, die die Menschen derzeit in Bezug auf den nahenden Tagebau bewegen. Arbeiten aus allen Altersgruppen seien dazu eingereicht worden. «Wollen wir so leben?» , fragt eine Gruppe von Kerkwitzern in ihrer Arbeit. Auf dem Bild sind unendliche Tagebausandberge zu sehen. Eine Kindergartengruppe hat sich ebenfalls viel Arbeit mit der Gestaltung ihres Exponates gemacht. Aber auch Arbeiten von Jugendlichen sind in der Ausstellung im Agenda-Büro zu sehen. Nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen
«Die Leute sollen nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen. Sie sollen sich ausdrücken, sollen sagen, was sie bewegt» , so Elisabeth Schroedter. Innerhalb eines Wettbewerbs können die Besucher die ausgestellten Werke beurteilen. Liederpoet Bernd Pittkunings überzeugte mit seinem musikalischen Können nach der Aufführung des Forster Schülertheaters «Die Muggelsteine» . In dem Stück «Ab ins Bunte» erzählten sie von der Vielfalt der Natur und deren Schutz. Zum Abschluss des Abends traten die «The Soulrippers» aus Cottbus auf. |