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Lausitzer Rundschau, 26.09.2008 Neue Tagebaue vor Sprembergs Haustür verunsichern Bürger Der Energiekonzern Vattenfall hat die Erschließung von zwei neuen Tagebauen in direkter Nachbarschaft zur Stadt Spremberg beantragt. Ab Mitte der 2030er-Jahre bis in die Mitte der 2050er-Jahre will das Unternehmen demnach die Braunkohlefelder Bagenz-Ost und Spremberg-Ost abbauen. Umsiedlungen solle es zwar nicht geben, doch die Anrainer machen sich schon heute Sorgen.
Ab Mitte der 2030er-Jahre bis in die Mitte der 2050er-Jahre will das Unternehmen demnach die Braunkohlefelder Bagenz-Ost und Spremberg-Ost abbauen. Umsiedlungen solle es zwar nicht geben, doch die Anrainer machen sich schon heute Sorgen.
Laut der Studie der Technischen Universität Clausthal müsste die Stadt Spremberg mit den Wohngebieten Slamen, Slamen-Ziegelei und Georgenberg sowie mit den Ortsteilen Groß Luja, Türkendorf, Graustein, Schönheide, Lieskau und Weskow in Nachbarschaft mit dem Tagebau leben. Das verunsichert die Betroffenen. Sie fürchten um sinkende Immobilienpreise, Probleme mit der Wasserversorgung und den Verlust der Natur direkt vor ihrer Haustür. Das haben Einwohnerversammlungen gezeigt. Dort forderten einige Einwohner sogar wiederholt, dass sie lieber umgesiedelt würden, als am Tagebaurand leben zu müssen. Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU) sieht die Pläne positiv. Damit blicke der Standort Schwarze Pumpe in den nächsten Jahrzehnten in eine sichere Zukunft. Um die Belastungen abzufedern, erklärte Schulze, strebe die Stadt im Fall des Tagebau-Aufschlusses einen Vertrag an, wie ihn die Stadt Welzow im vergangenen Jahr abgeschlossen hat. Darin ist festgeschrieben, dass sich das Bergbauunternehmen an Investitionen in Millionenhöhe in der Stadt beteiligt. Kritik an den neuen Tagebauplänen kommt vom Spremberger Ortsverein des Naturschutzbundes (Nabu). „Der Tagebau Nochten nähert sich bis Schleife, Welzow-Süd schwenkt in Richtung der Stadt. Hinzu kämen Spremberg-Ost und Bagenz-Ost mit gravierenden Auswirkungen auf das Landschaftsbild, das völlig anders als heute aussehen würde. Restlöcher mit saurem Wasser gefährden die Spree. Die Talsperre wird nicht leer laufen, ihr droht aber durch Eintrag schwefelhaltiger Partikel die Versauerung“, hatte der Spremberger Nabu-Chef Wilfried Böttger während einer Podiumsdiskussion erklärt. Für die beiden Braunkohlefelder Bagenz-Ost und Spremberg-Ost will Vattenfall im Jahr 2015 ein Braunkohleplanverfahren beantragen.
Von Peggy Kompalla |