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Greenpeace-Spruch auf Vattenfall-Kühlturm PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 28. November 2007

Lausitzer Rundschau, 28.11.2007

Umweltschützer protestieren in Jänschwalde


Greenpeace-Spruch auf Vattenfall-Kühlturm


Jänschwalde. Ihre Kritik an der Braunkohleverstromung durch den Vattenfall-Konzern hat die Umweltorganisation Greenpeace gestern mit einem Projektor auf einen Jänschwalder Kühlturm geschrieben. «Merkels Klimaberater von Vattenfall empfiehlt: Mehr Kohlekraftwerke! So nicht, Herr Josefsson! Greenpeace» war unter den Dampfschwaden am Spätnachmittag zu lesen.

«Angesichts der ungebremsten Braunkohlenverstromung, für die gerade das Kraftwerk Jänschwalde steht, kann Vattenfall-Präsident Lars Göran Josefsson nicht länger die Bundeskanzlerin in Klimafragen beraten» , sagt Jörg Feddern vom Greenpeace-Energiebereich. «Wir fordern Angela Merkel auf, sich von unabhängiger Seite beraten lassen.»
Die Umweltschützer sehen die Berufung des Vattenfall-Chefs als Zeichen der Indu- striehörigkeit verantwortlicher Politiker beim Klimaschutz. Dieser dürfe aber angesichts des vierten Berichtes des Weltklimarates IPCC nicht länger den Interessen der Industrie untergeordnet werden.
«Jänschwalde ist das größte Vattenfall-Kraftwerk mit einer Leistung von 3000 Megawatt, aber nur einem Wirkungsgrad von 35,5 Prozent. Es ist gemessen an den Emissionen das zweitschmutzigste Kraftwerk Deutschlands und das viertschmutzigste in Europa» , betont Jörg Feddern. «Pro Jahr bläst die Anlage über 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Die Koh lekraftwerke von Vattenfall gehören zu den größten deutschen Kohlendioxidquellen. Drei weitere sollen dennoch hinzukommen.»
Die Aktivisten hatten auf dem Dach ihres Kleinbusses den Projektor aufgebaut. Gegen 16.30 Uhr flammt dessen Licht auf und schreibt zunächst die Forderung, keine neuen Kohlekraftwerke zu bauen, an einen der Kühltürme. Nach wenigen Minuten folgt die Kritik an der Beratertätigkeit und den Kraftwerksbau-Forderungen von Lars Göran Josefsson.
Obwohl gut zu lesen, nehmen außerhalb des Werkes nur wenige Menschen Notiz von der Aktion. Ein Radfahrer und wenige Autos rollen vorbei, bis ein Wagen nahe der Aktion stoppt, weiterfährt, wieder stoppt. Aus dem Inneren werden die jungen Leute und ihr Tun aufmerksam gemustert.
Im August hatte Greenpeace mit einer Heliumballonaktion auf die Klimaschädlichkeit von Jänschwalde hingewiesen. In der vergangenen Woche stand der Projektor vor dem Kraftwerk Boxberg.

Ronald Ufer

 
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