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Klimaforscher fordert Alternativplan für die Kohle PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 30. Januar 2008

Lausitzer Rundschau, 31.01.2008

Klimaforscher fordert Alternativplan für die Kohle

Der rennomierte Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber fordert Alternativen zur langfristigen Nutzung der Braunkohle-Verstromung in Brandenburg: Falls die Abscheidung des klimaschädlichen Kohlendioxids nicht funktioniert, an der gerade auch an der Cottbuser BTU geforscht wird, müsste es einen «Plan B» geben.

Schellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) und im vergangenen Jahr offizieller Klimaberater der Bundesregierung, hatte sich zu der Problematik auf einer Veranstaltung der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) geäußert.

Das Land brauche einen «Plan B» für den Fall, dass die vorgesehene Abscheidung und Deponierung des klimaschädigenden Kohlendioxids aus den Abgasen (CCS) nicht funktioniere, hatte Schellnhuber gemahnt. Auch wenn man nicht auf CCS zurückgreifen könne, müsse das Land schließlich seine Klimaschutzziele einhalten. Mit der Erarbeitung des Alternativkonzepts sollte zügig begonnen werden. Gleichwohl stelle CCS eine vielversprechende Option dar. Um Chancen und Risiken zeitnah auszuloten, müsse die CCS-Forschung entschlossen intensiviert werden.

In Übereinstimmung mit dem Vattenfall-Vorstand Reinhardt Hassa wies Schellnhuber aber darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeit der vorgesehenen Abscheidung und der unterirdischen Deponierung des CO2 noch nicht feststehe. Schellnhuber hob auch hervor, dass neben CCS die Forschung zur Nutzung anderer erneuerbarer Ressourcen und der hierfür erforderlichen Netz- und Speichertechnik nicht vernachlässigt werden dürfe.

Die Zukunft der Energieerzeugung könne langfristig nur bei den Erneuerbaren liegen, sagte Schellnhuber. Hierzu biete auch Brandenburg Potenziale, etwa durch intelligente Biomassenutzung. Außerdem könne sich Brandenburg dafür einsetzen, dass ein europäisches Hochspannungs-Gleichstromnetz, ein sogenanntes Supergrid, geschaffen werde. Mit Sicherheit könne der Energiebedarf durch Erneuerbare nur im internationalen Zusammenspiel gedeckt werden, zum Beispiel mit Solarenergie aus Nordafrika oder dem Mittelmeerraum sowie Windkraft aus dem Norden.

Die Linksfraktion hatte bereits mehrfach einen «Plan B» der Landesregierung gefordert. In den Mittelpunkt moderner Energiepolitik gehören die Steigerung der Energieeffizienz, die Senkung des Energieverbrauchs und eine strikte Ausrichtung der Landesstrategie auf erneuerbare Energien, sagte  der Energiexperte der Landtagsfraktion der Linken, Wolfgang Thiel.

dpa/boc

 
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