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Freitag, 7. Dezember 2007 |
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Lausitzer Rundschau, 07.12.2007
Von Daniel Preikschat Zynischer Ratschlag
Wie steht es in der Bibel: «Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge«» Der Spruch kommt einem in den Sinn nach den jüngsten Verlautbarungen von Dieter Friese (SPD). Der Spree-Neiße-Landrat hielt der CDU-Landtagsabgeordneten Monika Schulz gestern per Pressemitteilung vor, sich «in unzulässiger Weise im Ton und ihrer Wortwahl vergriffen» zu haben.
Was hatte Frau Schulz gesagt» Dazu folgender Hintergrund: In der Lausitz drohen die Dörfer Grabko, Atterwasch und Kerkwitz abgebaggert zu werden. Das bringt enormen Gesprächs- und Verhandlungsbedarf mit sich. Wesentlich beteiligt: Dieter Friese. Ihm wirft Monika Schulz nun vor, dass er schon verhandelt habe, als die betroffenen Dorfbewohner gerade erst von ihrem Unglück erfahren hatten. Die CDU-Frau wertet das als «Selbstgefälligkeit» , die «nicht zu überbieten» sei. Das ist der Splitter im Auge von Monika Schulz, den Dieter Friese gleich erkennt und auf den er prompt mit dem Finger gezeigt hat. Weniger mitteilsam erweist sich Dieter Friese, wenn er auf die eigene verbale Entgleisung angesprochen wird. Im Gemeindehaus von Atterwasch empfahl er Mittwoch aufgebrachten Bewohnern der gefährdeten Dörfer, sich vor der Abbaggerung die «Türklinken vergolden» zu lassen. Der Energiekonzern Vattenfall entschädige sie alle. Auf die Dorfbewohner, die um Zuhause und Heimat bangen und darum kämpfen wollen, musste das zynisch und herablassend wirken. Als bliebe ihnen nichts anderes übrig, als aus der Not Kapital zu schlagen. Monika Schulz hat nur Dieter Friese auf den Schlips getreten, der Landrat 40 sorgenvollen Dorfbewohnern. Doch das ist ein Balken, den er nicht sieht. |