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Samstag, 11. August 2007

Lausitzer Rundschau, 11.08.2007

Amerikanisches Bergbauunternehmen stellt in Spremberg geplante Kupfererkundung vor

Lausitzer Kupfervorkommen: Millionengeschäft tief unter der Erde

Im Winter geht es los: Mit Probebohrungen erkundet das Bergbauunternehmen Minera S. A. das Lausitzer Kupfervorkommen zwischen Spremberg (Spree-Neiße) und Schleife (Niederschlesischer Oberlausitzkreis). Sieben bis acht Jahre später könnte der Abbau beginnen. In der Region wird die Firma wohlwollend empfangen.

Als Volker Spieth erklärt, was auf die Region zukommt, ist es mucksmäuschenstill im überfüllten Saal des Spremberger Hotels Georgenberg. Etwa 150 Menschen wollen wissen, was ihnen der geplante Kupferbergbau bringt, welche Belastungen und wie viele Jobs. Dafür stehen viele geduldig, weil die Stühle nicht reichen. Spieth ist Geologe der amerikanischen Bergbaufirma Minera, die den Zuschlag für die Erkundung im Feld Spremberg-Graustein-Schleife erhielt. Er wird Probebohrungen leiten, mit denen alles beginnt.

Minera hat es eilig, sich in der Region vorzustellen und keinen Raum zu lassen für Verunsicherungen und Spekulationen. Im Juni hatten die Bergämter von Brandenburg und Sachsen entschieden, das Minera nördlich von Schleife und das polnische Unternehmen KGHM Cuprum südlich davon Probebohren dürfen.

Wenige Tage später saßen Vertreter von Minera schon bei Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU). Der freut sich nun über das große Interesse an der öffentlichen Präsentation des geplanten Kupferbergbaus. Minera will in nur 18 Monaten allein für die Erkundung 30 Millionen Euro ausgeben. Wenn es danach zur Entscheidung kommt, das Kupfer zu fördern, wird noch viel mehr Geld in die Lausitz fließen.

Den Nutzen davon, so stellt Sprembergs Bürgermeister gleich klar, werde nicht nur seine Stadt haben: «Das wird eine mehrgemeindliche Betriebsstätte. Alle Orte im Fördergebiet bekommen von den Steuern etwas ab.» Doch bis dahin wird es noch dauern. «Es geht für uns hier um eine langfristige Investition» , sagt Minera-Vorstand Candia. Kupferbergbau sei kein schnelles Geschäft.

Im kommenden Winter werden zunächst unter Leitung von Volker Spieth die ersten von zwölf Probebohrungen etwa 1300 Meter tief in die Erde getrieben. Minera baut dabei auf Erkenntnisse von Fachleuten, die schon zu DDR-Zeiten das Lausitzer Kupfer erkundeten. Einige dieser Experten sitzen mit im Saal, als die Firma ihre Pläne vorstellt.

Für die Einwohner der Region, die seit Jahrzehnten Erfahrungen mit Braunkohletagebauen haben, sind dabei zwei klare Aussagen von Projektleiter Spieth wichtig: Es wird, anders als bei der Braunkohle, keine Umsiedlungen geben und keine Grundwasserveränderung. Ohnehin, so schildert der Erkundungsgeologe, werde man von dem Untertagebergbau recht wenig sehen.

Ein Produktionsschacht, der aussehe wie ein moderner Wasserturm, dazu in größerer Entfernung zwei Lüftungsschächte, Verwaltung, Erz-Aufbereitung – das ist alles. Das Kupfer werde vom Gestein mit einem physikalischen Verfahren abgetrennt und auf der Schiene zur Verhüttung transportiert. Die Verhüttung selbst, mit der Anwohner Ängste vor Umweltbelastungen verbinden, werde nicht in der Lausitz erfolgen.

Befürchtungen eines Sprembergers, es könnte zu Bodensenkungen kommen, entkräftete der Projektleiter. Das leere Gestein werde nach der Kupferabtrennung wieder unter Tage gebracht und dort verfüllt.
Die Kupfermine könnte in einigen Jahren 400 bis 500 sichere Jobs bieten, so Spieth. Dazu kämen noch mehr Arbeitsplätze in Service- und Zuliefererfirmen.

Doch zunächst folgen nach der Kupfer-Erkundung und Wirtschaftslichkeitsprüfung zwei Jahre Genehmigungsverfahren und vier Jahre Aufbau der Bergwerkstechnik. Bis zum Sommer 2014 könnte das beendet sein. Dann feiert Sprembergs Bürgermeister, Klaus-Peter Schulze, seinen 60. Geburtstag, und er hat einen Wunsch: «Da möchte ich ins Bergwerk hinunterfahren.» 

 
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