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Lausitzer Rundschau, 29.01.2007 Freiberger Geologe: Kupferabbau lohnt sich nur für große UnternehmenDer Abbau der Lausitzer Kupfervorkommen rentiert sich nur für große Unternehmen. Davon ist Rolf Richer überzeugt. Der Geologe war zu DDR-Zeiten verantwortlich für die Erforschung der Lagerstätte. Die Euphorie in Zusammenhang mit den in der Lausitz in Sachsen und Brandenburg lagernden Kupfervorkommen hält der frühere verantwortliche Geologe zur Erkundung der Förderstätte, Rolf Richter, für unangemessen und überzogen. „Das sind schwierige Lagerstätten“, sagte Richter, heute Geschäftsführer der Freiberger Firma G.E.O.S. und Vorsitzender des Geokompetenzzentrums Freiberg, in einem dpa-Gespräch.
Im Auftrag des damaligen Mansfeld Kombinats – Kupferförderer und -verarbeiter – und der DDR-Regierung sei von 1968 bis 1974 die Förderstätte genau untersucht worden. „Unter anderem sind drei verschiedene Erztypen entdeckt worden, die drei verschiedene Abbaumethoden erforderten, sagte der Geologe. Nur bei entsprechendem technologischen Know-how hätte damals eine Förderung ins Auge gefasst werden können. „Nur für einen großen internationalen Konzern könnte sich das heute rechnen“, sagte Richter. Angesichts der weiter enorm gestiegenen Rohstoffpreise könne sich nun der Abbau lohnen. „In den vergangenen 20 Jahren haben sich dazu die Technologien zur Gewinnung und Aufbereitung entscheidend verbessert.“ Dazu sei Bergbau in der Lausitz für einen Investor interessant: Hier gebe es gut ausgebildete Fachleute und eine hervorragende Infrastruktur, stellte der Geologe fest. „Schon zu DDR-Zeiten wurde das Projekt Kupferbergbau nie komplett ad acta gelegt“, sagte Richter. Hintergrund war für den DDR-Staat die Unabhängigkeit von Rohstofflieferungen. Nach Ansicht des Präsidenten des Brandenburger Bergbau-Landesamts, Klaus Freytag, könnte sich der Abbau des Erzes eines Tages vielleicht doch lohnen, falls der Kupferpreis weiter so stark steige wie bisher. „Für eine Erschließung dieses Kupfervorkommens sind aber Investitionen in Milliardenhöhe nötig, und das können nur große Konzerne leisten“, hatte er nach dem Bekanntwerden der Erkundungspläne gesagt. Aus diesem Grund sehe er in den nächsten 20 Jahren kein Kupferbergwerk in der Lausitz. Auf rund 30 000 Hektar lagern nach Angaben des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe teils in Brandenburg, teils in Sachsen rund 1,5 Millionen Tonnen Kupfererz in 1000 Metern Tiefe. |