www.umsiedler-schleife.de


Startseite arrow Neuigkeiten arrow Technik / Rekultivierung arrow Neue Lausitzer Seen brauchen lange Nachsorge
Samstag, 19. Mai 2012
Start
Startseite
Lage / Karte
Übersicht
Hauptmenü
Neuigkeiten
Umsiedlung
Wir Umsiedler
Presse
Heimat
Ortsgeschichten
Historische Orte
Brauchtum / Tradition
Sagenwelt der Region
Verschwundene Orte
Die Sorben der Lausitz
Bergbau
Bergbau im Überblick
Sonstiges
Allgemeines
Links
Bildergalerie
Gästebuch
Diskussion
Videogalerie
Suche...
Kontakt
Impressum
Sitemap
Newsletter







Neue Lausitzer Seen brauchen lange Nachsorge PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. Januar 2008

Lausitzer Rundschau, 07.01.2008


Lausitzforum zum Wasserhaushalt in Spremberg gut besucht


Neue Lausitzer Seen brauchen lange Nachsorge

Zum Thema Wasserhaushalt hat ein Lausitzforum im Spremberger Schweizergarten stattgefunden. Eingeladen zu dieser gut besuchten Diskussionsrunde hatten die Landtagsabgeordneten der Linken in Brandenburg und in Sachsen.

In der Lausitz wandeln sich Tagebaulöcher zu Badeseen, nach und nach wächst die Lausitzer Seenplatte. An den Pegelständen hängen nicht nur die Tourismusträume der Region, sondern auch der Wasserhaushalt. Birgit Wöllert und Elke Franke (beide Linkspartei) hatten Gedichte zum Thema Wasser herausgesucht. Den Spagat von der Lyrik zur Realität musste dann Rudolf Heine von der Flutungszentrale des Bergbausanierers LMBV schaffen. Er erklärte, dass es mittlerweile 31 Bergbaufolgeseen mit etwa 14 200 Hektar Wasserfläche gebe. «Die Naturressourcen wurden nicht von uns als LMBV, sondern bereis zu DDR-Zeiten ausgebeutet» , betonte Heine.
Er stellte ein Unternehmen vor, das die geschundene Landschaft wieder in Ordnung bringen will. Der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die 1996 aus zwei Vorgängerbetrieben gebildet wurde, obliege die Sanierung der Braunkohlereviere. War der Senftenberger See einst ein einsamer blauer Fleck, so versprächen Landkarten für das Jahr 2015 ausgedehnte Wasserflächen. Vielerorts steige mit den Pegelständen auch die Hoffnung, die Seen zu Touristenzielen entwickeln und damit den Arbeitsplatzverlust in der Energiewirtschaft ein wenig ausgleichen zu können. Voraussetzung dafür, dass die teils verwegenen Vorhaben dem Praxistest unterzogen werden könnten, seien aber volle Seen, so Heine. Spree und Schwarze Elster aber führten in einigen «Dürrejahren» so wenig Wasser, dass monatelang kein Tropfen zum Auffüllen der Restlöcher abgezweigt werden konnte.
Im Interesse Berlins wurden Seen sogar «so schnell wie nur irgend möglich gefüllt» , sagte Professor Dr. Uwe Grünewald von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, der als Wasserexperte am Lausitzforum in Spremberg teilnahm. Für den Hydrologen sei es notwendig, den mit der Kohleförderung dramatisch gestörten Wasserhaushalt wieder ins Lot zu bringen, um zuverlässige Abflüsse zu ermöglichen. Das enorme Grundwasserdefizit, das mit dem Leerpumpen der Gruben entstand und im Jahr 1990 bei 12,7 Milliarden Kubikmetern lag, müsse ausgeglichen werden. Grüne wald sei sich schon damals im Klaren gewesen, dass die Wasserentnahme sowohl während der Flutung als auch danach zu Konflikten führen würde. «Was wir brauchen, ist ein effizienter Umgang mit den Naturressourcen» , so der Professor. Und auch der Klimawandel sei global und regional ein Faktum. Die Tagebauseen seien auf Zuflüsse angewiesen, weil das aufsteigende Grundwasser die Halden ausspült und ohne Frischwasser Seen «voll blanker Säure» entstünden. Aus Sicht des Hydrologen werde in der Lausitz ein Zustand wie vor Beginn des Bergbaus wiederhergestellt. Problematisch sei das, weil Veränderungen des Klimas tendenziell für noch weniger Niederschläge sorgen. «Ich betrachte die eingerichtete LMBV-Flutungszentrale als kleinen Schritt für ein umfassendes Wassermanagement im künftigen Seen land» , so Grünewald. Notwendig sei eine Art Wasserbewirtschaftungsverband. Gehe die regionale Klimaveränderung in Deutschland so weiter, könnte das Wasser in der Lausitz wirklich knapp werden, sagte Grünewald und wies auch auf die sich verschlechternde Situation der Binnenfischer hin.
In der Diskussionsrunde wollte der Spremberger Wieland Böttger, Naturschutzbund (Nabu), wissen, ob es Chancen für ein ökologisches Tagebaugewässer gebe. Wie Grünewald erklärte, gebe es Prognosen für jeden einzelnen Tagebausee. «Gute Chancen hat beispielsweise der Dreiweiber See, der bereits voll gefüllt ist. Die Lausitz wird nach der Eiszeit zum zweiten Mal umgestaltet, da brauchen viele neue Seen, die am Tropf hängen, eine Nachsorge, die über Jahrzehnte erforderlich ist» , so Grünewald. Auch finanziell werde das schwerfallen.
Sprembergs Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze befürchtet bei den zukünftigen schiffbaren Verbindungen, dass sich die Qualität der Seen verschlechtert. Hierfür gebe es eine neue Technologie, die aber erst noch getestet werde, so Grünewald. Das sei eine große Herausforderung für die Wissenschaftler.

Von André Kurtas

 
< zurück   weiter >

Design by Joomlateam.com | Powered by Joomlapixel.com |