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Lausitzer Rundschau, 07.12.2007
Bürgermeister Peter Mäkelburg: «Geschickt verhandelt»
Erste Ergebnisse für Trebendorf
«Wir haben intensiv und geschickt verhandelt und wir haben ein Ergebnis erreicht, was mich optimistisch für die Zukunft stimmt» , so Trebendorfs Bürgermeister Peter Mäkelburg am Mittwochabend mit Blick auf die mit Vattenfall ausgehandelten Punkte zum Forderungskatalog II und III. Im Gemeinderat stellte er die ersten Eckpunkte vor, die in einer Beratung am letzten Wochenende erreicht worden waren.
Eigentlich stand am Mittwochabend das Thema Haushalt 2008 auf der Tagesordnung des Gemeinderates in Trebendorf. Doch dieser rückte dann in den Hintergrund, weil Peter Mäkelburg die ersten Verhandlungsergebnisse mit Vattenfall zum Forderungskatalog, Teil II und II (dabei geht es um die weitere Entwicklung von Gesamt-Trebendorf im Zusammenhang mit der Teilortsumsiedlung), präsentieren konnte. Nachdem der Gemeinderat in einer Sitzung Ende November den Forderungskatalog beschlossen hatte, «konnten wir am 30. November und 1. Dezember in die Verhandlungen eintreten» , so Mäkelburg. Bevor er über das Erreichte sprach, wollte er sich bei den Mitgliedern der Verhandlungsgruppe bedanken, «für die intensive und geschickte Verhandlungsführung und für die viele Zeit und die Kräfte, die wir lassen mussten.» Vier Ergebnisspakete wurden erreicht: investive Maßnahmen, bei denen Vattenfall eine Komplementärfinanzierung zusichert; einen Finanzfonds für das geistig-kulturelle Leben im Dorf (Vereinsunterstützung); einen zweiten Fonds (Zukunftsfonds für Dorfentwicklung und Ausgleichsmaßnahmen) und unterstützende Maßnahmen.
Neubau von Kita und Vereinshaus Laut Mäkelburg reiche Vattenfall der Gemeinde die Hand, «aber wir büßen auch 50 Prozent unseres Ortes ein.» Damit Trebendorf für die Umsiedler die Heimat bleibe, soll ein neues Dorfzentrum entstehen. «Der Neubau eines Vereinshauses mit Mehrzweckraum sowie der Neubau einer Kita mit 75 Plätzen» , nannte Mäkelburg als Ergebnisse. Mit Blick auf die Bewahrung von Besonderheiten ist die Sicherung des Schrotholzhauses Tiergartenstraße 18 geplant. Die Sanierung des Schulgebäudes (Bürgerbüro und Mietwohnungen) nach neusten Standards sei ebenso vorgesehen. Der Gemeinde werde ein Kleinbus zur Verfügung gestellt – «auf zwei wollte sich Vattenfall nicht einlassen» , erklärte Mäkelburg. Die Ortschronik wird erarbeitet, es gibt eine Videodokumentation und Luftbildaufnahmen von Trebendorf. Zu den Unterstützungsmaßnahmen zählte Mäkelburg, dass sich Vattenfall in Sachen Heizung- und Stromversorgung im Hinblick auf regenerative Energien im Ort engagieren will. «Mit der Forderung, Vattenfall soll uns billiger Strom zur Verfügung stellen, sind wir nicht durchgekommen» , erklärte der Bürgermeister. Vattenfall unterstützt bei B 160 Auf der Liste stehen weiter: kostenfreie Medienanschlüsse, Unterstützung beim Badestrand und der Altlastenbeseitigung Rindermastanlage, Aufbau Rad- und Wanderwegenetz. Zudem unterstützte Vattenfall nach Aussage von Peter Mäkelburg, «dass die B 160 nicht auf dem Territorium von Trebendorf entlangführt.» Ein Sondervertrag sei für die beiden Jagdgenossenschaften Trebendorf und Mühlrose geplant, ebenso sei ein Sondermaßnahmeplan für die Aufforstung vorgesehen. Für die Umsiedler in Trebendorf sei das Maßnahmepaket im Teil I des Forderungskatalogs geregelt. Für Mühlrose sei nun abzuwarten, wie die Entscheidung zum Umsiedlungswunsch ausfalle. «Wenn nicht umgesiedelt wird, dann müssen all die Maßnahmen realisiert werden, die im Braunkohlenplan von 1994 geregelt sind» , so Mäkelburg. In einer Beratung in der nächsten Woche werden sich Beirat Bergbau, Gemeinderat und Ortschaftsrat über das Ergebnispapier unterhalten. Zu einem späteren Zeitpunkt sei eine Einwohnerversammlung vorgesehen. «Denn es geht nur für und mit den Bürgern» , argumentierte Mäkelburg. Bevor dann die Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt werde, müsse die vom Freistaat zugesicherte Prüfung durch ein Rechtsanwaltsbüro erfolgen. Und der Rat habe zu entscheiden, ob der Vertrag dann wirklich unterschriftsreif sei. Wichtig für den Haushalt 2008 sei aber, dass man sich erste Gedanken mache, was wann anzupacken ist. Hier schlug Klaus Rohrbach vor, mit Maßnahmen zu beginnen, die die Umsiedler überzeugen, in Trebendorf zu bleiben. «Ich würde mit dem Kindergarten anfangen» , so Rohrbach.
Zum Thema Für Schleife vorgelegt Ein Dankeschön von Peter Mäkelburg ging auch an Günter Pick. «Er hat uns als Kommunalberater wesentlich unterstützt.» «Die Ergebnisse fallen nun Schleife in den Schoß» , meinte Trebendorfs Bürgermeister. Doch wenn es Schleife gelänge, noch bessere Ergebnisse zu erzielen, dann würde wiederum Trebendorf davon profitieren. Ebenfalls im Dezember soll noch eine Beratung stattfinden, in der Ideen gefunden werden, wie der Zukunftsfonds gestaltet werden kann, damit auch nachfolgende Generationen davon profitieren. Das Thema Schaffung von Arbeitsplätzen wurde in den Verhandlungen auch angesprochen. «Vattenfall wird ein Angebot machen, aber es darf keine Vorteilsnahme daraus entstehen» , erklärte der Bürgermeister.
Von Regina Weiß |