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Lausitzer Rundschau, 07.02.2008 Reaktionen: Umweltschützer kritisieren Vattenfalls Klima-Unterricht Cottbus. Der Energiekonzern Vattenfall Europe hat am Donnerstag das umstrittene Projekt einer Klimaakademie in der brandenburgischen Lausitz gestartet. Zum Auftakt am Cottbuser Max-Steenbeck-Gymnasium verteidigte Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) seine Schirmherrschaft angesichts massiver Kritik unter anderem von Umweltverbänden. Im Februar will der Energieversorger nach eigenen Angaben in der Region die Schüler in 13 weiterführenden Schulen fachlich unterstützen und sie für einen bewussten Umgang mit Energie sensibilisieren. Rupprecht wies darauf hin, dass sich alle beteiligten Schulen freiwillig für das Projekt gemeldet haben. Es sei nicht zu bestreiten, dass Vattenfall mit dem Klimaunterricht sein Image verbessern wolle. „Aber Vattenfall stellt sich der kritischen Diskussion und wird dadurch seiner Verantwortung gerecht.“ Er forderte die Kritiker auf, selbst Kontakt mit den Schulen aufzunehmen und mit Schülern über die Problematik zu sprechen.
Brandenburger Umweltverbände sowie die Linke-Partei hatten zuvor erklärt, Vattenfall Europe gewinne Energie fast vollständig aus fossilen Energieträgern und trage deshalb erheblich zu den negativen klimatischen Folgen bei. Angesichts des politischen Druckes wolle das Unternehmen nun sein Image mit einer einseitigen Kampagne an Schulen reinwaschen. Vattenfall-Vorstandsmitglied Hartmuth Zeiß betonte: „Als Energieunternehmen sind wir uns der Verantwortung für die Umwelt und die kommenden Generationen bewusst.“ Die Schwarz-Weiß-Kritik an dem Unternehmen sei nicht gerechtfertigt. „Wir können uns einen Energiemix aus sauberer Braunkohle und regenerativen Energien vorstellen.“ Der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel, forderte Rupprecht auf, den Vattenfall-Unterricht zu unterbinden. Die Landesregierung erlaube dem Energieriesen, sich an öffentlichen Schulen als Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu präsentieren. Dabei betreibe das Unternehmen mit dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße), das wegen des hohen Ausstoßes von Treibhausgasen in der Kritik steht, einen der größten Klimakiller Europas. Bei dem Klimaunterricht sollen die Schüler der 9. und 10. Klassen versteckte Energiefresser des Alltags aufspüren. Zudem laden spielerische Aktionen zum Mitmachen ein und vermitteln Informationen. Für Lehrer gibt es eine themenbezogene Fortbildung. Jede teilnehmende Schule erhält zwei Messgerätekoffer für den fächerübergreifenden Unterricht. Ein Energieberater erarbeitet für jedes Schulgebäude einen Plan zur Einsparung von Energie und somit Kosten. |