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Lausitzer Rundschau, 12.12.2007 Vattenfall spendet Kinder- und Jugendhaus StattRand in Weißwasser 2500 Euro Wo jeder Cent zählt Zurück zu seinen Eltern zu ziehen, kann sich Bert nicht vorstellen. «Nein, auf keinen Fall» , sagt er. Seit drei Jahren lebt der 18-Jährige in der Wohngruppe des Kinder-, Jugend- und Familienhauses StattRand des Diakonischen Werkes in Weißwasser. «Es geht mir gut hier» , sagt er. Um die gemeinnützige Einrichtung zu unterstützen, hat das Energie-Unternehmen Vattenfall gestern eine Spende von 2500 Euro übergeben.
«Wir können das Geld sehr gut gebrauchen» , freut sich StattRand-Geschäftsführerin Mandy Köhler. Die 2500-Euro-Spende soll nicht nur der Wohngruppe, in der zurzeit acht junge Leute zwischen 11 und 18 Jahren untergebracht sind, zugute kommen, sondern allen Abteilungen. «Von der Spende darf sich jede Gruppe ein besonderes Weihnachtsgeschenk überlegen und den Rest verwenden wir für Renovierungsarbeiten» , erklärt Mandy Köhler dem Vattenfall-Vertreter Siegfried Körber, der die Spende übergab. Das Angebot des Hauses ist breit. Neben einem Kinder- und Jugendnotdienst, einer Erziehungsberatung und einer Internatsgruppe, gibt es seit einem Jahr auch eine Wohngruppe für Mütter mit geistiger Behinderung und deren Kinder. «Bei uns erwerben diese Mütter einen Elternführerschein» , erklärt Mandy Köhler dem Besuch. Die Mütter, die alleine mit ihren Kindern nicht zurecht gekommen sind und für erziehungsunfähig erklärt worden sind, lernen in der Einrichtung, wie sie das Leben mit Kind organisieren können. «Wir wollen ihnen eine Chance auf ein selbstständiges Leben geben» , so Mandy Köhler. Noch immer hätten gerade sie mit Vorurteilen zu kämpfen. Als langfristiges Ziel hat sich das StattRand-Haus gesetzt, das Dachgeschoss umzubauen, um dort Müttern, die den Schritt in die Selbstständigkeit nicht schaffen, eine Möglichkeit zu bieten, zwar allein mit ihrem Kind zu leben, jedoch gleichzeitig von den Mitarbeitern des Hauses unterstützt zu werden. Doch auch hier fehlt Geld. «150 000 Euro würden wir brauchen» , sagt Mandy Köhler. Die Hoffnung, dass das eines Tages klappt, hat sie noch nicht aufgegeben. Auf Bundesebene hat das Projekt «Elternschaft mit Behinderung» schon Anerkennung gefunden: im kommenden Jahr wird es bei dem Wettbewerb «Land der Ideen» ausgezeichnet. Trotz dieser Anerkennung hat die StattRand gGmbH selbst jedoch auch immer wieder zu kämpfen – nicht nur finanziell. «Unsere Arbeit ist nicht immer leicht» , sagt Mandy Köhler. So sei man immer wieder mit Schicksalen konfrontiert, die oft schwer zu verdauen sind. «Wenn Sonntagsmorgens ein siebenjähriges Mädchen mit gepackten Sachen vor unsere Tür steht und sagt, dass sie nicht mehr nach Hause möchte, ist das schon hart» , sagt die Geschäftsführerin. Manche Kinder bleiben, andere gehen zurück zu ihren Eltern – «das ist je nach Situation unterschiedlich» , so Köhler. Bert und seine Mitbewohnerin Anne-Marie gehen noch einen anderen Weg. Im kommenden Jahren werden sich die beiden 18-Jährigen jeder eine eigene Wohnung suchen, um dort nach der Zwischen station im StattRand-Haus ihr eigenes Leben zu führen. Von Martina Hanold |