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Lausitzer Rundschau, 09.04.2008 Dr. Stefan Fisch stellt in Schleife Monitoringergebnisse von 2008 vor Grundwasser sinkt weiter Schleife Im vergangenen Jahr hat sich das Wasser im oberen Grundwasserleiter im Gemeindegebiet Schleife um weitere 30 bis 50 Zentimeter (2006 waren es 50 Zentimeter) gesenkt. Darauf wies Dr. Stefan Fisch, G.U.B. Ingenieur AG Cottbus, Montagabend während der Gemeinderatssitzung in Schleife hin.
Seit 2006 läuft ein Grundwassermonitoring im Zusammenhang mit dem nahenden Tagebau Nochten für die Gemeinden Schleife und Trebendorf. Auf Drängen der beiden Kommunen hatte Vattenfall die G.U.B. Ingenieur AG damit beauftragt. Dr. Stefan Fisch stellt seither jährlich einmal die Ergebnisse vor. Diese basieren auf verschiedensten Untersuchungen und Beobachtungen. Ein Punkt sind die Witterungsbedingungen. Dazu seien auch 2007 Niederschlagsmessungen genutzt worden, die mit den langjährigen Messungen verglichen wurden. Dabei habe sich gezeigt, so Stefan Fisch, dass das erste Quartal 2007 deutlich zu warm war. Während es im Januar ein Plus von 173 Prozent Niederschläge gegeben hat, fielen im April nur zwei Millimeter. Als es dann im Mai erneut heftige Regenfälle gab, seien diese aber auf trockene Böden gefallen, konnten deshalb nicht in den Erdboden einsickern,erklärte er. Recht trocken sei auch der Juni gewesen. Den Monat Juli bezeichnete Dr. Fisch aber als feucht. Im dritten Quartal seien die langjährigen Mittelwerte dann aber erreicht worden. Dagegen fiel der Oktober wieder zu trocken aus. «Insgesamt fielen im vergangenen Jahr 97 Millimeter mehr Regen als im langjährigen Mittel. Das haben die Messungen an der Station Bad Muskau ergeben» , so das Fazit des Fachmannes. Nun sollte sich niemand wundern, dass sich dieser auf Werte aus Bad Muskau stützt. «Bis Ende 2006 haben wir noch in Trebendorf gemessen und die Werte dann mit denen des Deutschen Wetterdienstes aus Bad Muskau verglichen. Wir sind zu der Meinung gekommen, dass diese auf Schleife übertragbar sind.» Ein Schwerpunkt in den Untersuchungen zum Thema «Oberflächenwasser» sei der Halbendorfer See gewesen. An dessen Auslass seien Messungen durchgeführt worden. «Wir haben festgestellt, dass etwa 50 Liter Wasser pro Sekunde aus dem See fließen – im Winter etwas mehr als im Sommer.» In den Sommermonaten werde der See höher gehalten. Auf Nachfrage von Reinhard Bork, dem stellvertretenden Bürgermeister von Schleife, sagte der Fachmann, dass Auswirkungen der Grundwassersenkungen auf den Halbendorfer See nicht vollkommen auszuschließen sind. Doch derzeit werde die Menge, die abströmt, durch die, die zuströmt, ausgeglichen. «Um das genau zu untersuchen, nehmen wir den Halbendorfer See in diesem Jahr in unseren Fokus.» Was den Grundwasserstand angeht, seien weitere Pegel ausgebracht worden. «Damit gelingt es uns, bessere Aussagen dazu zu treffen.» Insgesamt gibt es laut Stefan Fisch weit über 800 Messstellen im Monitoring-Gebiet. In diesem Jahr sollen diese Messungen weiter ausgedehnt werden in Richtung Lieskau, Groß Düben und Halbendorf, kündigte er an. «Es sind neue Bohrungen vorgesehen, und wir wollen die Messstellendichte am Rand des Muskauer Faltenbogens erhöhen.» Weitere Untersuchungen zur Geologie des Grabens von Weißwasser wird es in diesem Jahr ebenfalls geben. Wie der Gast in Schleife sagte, soll ein Staukonzept zur optimierten Verteilung des eingeleiteten Wassers erarbeitet werden. Das war das Stichwort für Gemeinderätin Christina Honko: «Wer kontrolliert die Qualität des Wassers, das in die Gräben geflutet wird?» Stefan Fisch verwies auf die wasserrechtlichen Genehmigungen, die es für die drei Einleitstellen gebe und an die man sich halten müsse. «Im Tiergarten werden diese Werte eingehalten, im Alten Schleifer Teichgebiet 2007 ebenso.» Hier arbeite Vattenfall aber daran, denn die Brunnen, aus denen das Wasser kommt, würden zum Teil unstet laufen. Nur so könne er sich erklären, dass es, wie Christina Honko es formulierte, nach faulen Eier gestunken habe. Monatliche Kontrollen durch die Forstwirtschaft und durch die untere Naturschutzbehörde im NOL würden es möglich machen, kurzfristig Einfluss auf fehlende Qualität zu nehmen, erklärte der Experte.  | | Zum Thema Wasserverlust Waldsee | | Der Wasserspiegel des Waldsees in Groß Düben sinkt zusehends . Reinhard Bork, stellvertretender Bürgermeister von Schleife, wollte von Dr. Stefan Fisch wissen, ob das dem sinkenden Grundwasser geschuldet ist. Dessen Antwort lautete: «Der größte Teil der Absenkung ist klimatisch erklärbar. Für eine zuverlässige Wasserbilanz fehlen uns aber noch die Daten. Deshalb behalten wir den See 2008 besonders im Auge.» |  | Von Gabi Nitsche |