Das Osterwasser holen

Früher gingen junge Mädchen in den Morgenstunden der Osterfeiertage, vor Sonnenaufgang,  mit Krügen an einer Quelle Osterwasser holen. Das Wasser sollte den Mädchen die Schönheit und die Gesundheit erhalten.

Auf dem Hin-  und Rückweg darf nicht gesprochen werden, da sonst die Wirkung des Wassers verloren geht. Die männliche Jugend versuchte immer wieder, die Mädchen zu erschrecken oder zu grüßen, um sie so zum Sprechen zu bewegen.

Das Ostersingen

Ein sehr alter Brauch in der Region ist das Ostersingen. Die Frauen und Mädchen gehen dabei in der Nacht zu Ostersonntag singend von Haus zu Haus und verbreiten sorbisches Liedgut. Gegen Sonntagmorgen treffen sich die Sängerinnen auf so genannten Singebänken im Ort, um bis zum Sonnenaufgang zusammen zu singen. Weil das Ostersingen fast in Vergessenheit geraten war, wurde dieser Brauch vor einigen Jahren von der sorbischen Singegruppe "Schleifer Kantorki" wiederbelebt.

Der Osterschabernack

Ein nicht so gern gesehener Brauch zu Ostern ist der Schabernack. Die jungen Burschen verändern dabei den Standort einiger Gegenstände auf den Gehöften der Bauern, um bei den unverheirateten Töchtern Aufmerksamkeit zu erlangen.

Man erzählt sich noch heute Streiche aus vergangenen Zeiten. Ein sehr bekannter Streich handelte davon, dass die Burschen zu Ostern einen voll beladenen Mistwagen auf das Wohnhausdach eines Bauern verfrachteten. Auch ein  "Trabant" soll sich schon auf dem Dach einer Bushaltestelle wiedergefunden haben.

Heute ist der Schabernack nicht mehr so verbreitet. Es kommt gelegentlich mal vor, dass ein Gartentürchen verschwindet und woanders wieder auftaucht.

Das Ostereier verzieren

Der beliebteste Osterbrauch im Schleifer Kirchspiel ist das Ostereier verzieren. Um aus einem Hühnerei ein Osterei zu machen, werden verschiedene Techniken angewandt. Die wohl am häufigsten verwendete Technik ist die Wachstechnik. Daneben existieren noch Kratz -  und Ätztechniken.

Bei der Wachstechnik werden hauptsächlich gekochte Hühnereier mit zugeschnittenen Federkielen, die in heißen Wachs eingetaucht werden, verziert. Sind die Wachsmotive auf dem Ei, kann man dieses bunt färben. Stellen,die von Wachs bedeckt sind, nehmen keine Farbe an.

Nach dem Trocknen der gefärbten Eier erwärmt man die Wachsstellen auf dem Ei und entfernt das Wachs.  Diese kleinen Kunstwerke werden meist am Karfreitag im Familienkreis in gemütlicher Runde gefertigt.

Das Maibaumstellen / Maibaumwerfen

Im Laufe des Vormittags am ersten Mai wird auf dem Dorfplatz der bis zu 10 Meter hohe Maibaum aufgestellt. Das Aufstellen erfolgt ohne maschinelle Hilfe, es wird nur die Muskelkraft und das Geschick der Männer im Dorf benötigt.

Nun will es der Brauch, dass der Maibaum jeden Tag im Mai gut bewacht wird, um zu verhindern, dass die Burschen aus dem Nachbarort den Maibaum eiskalt absägen. Denn wenn der Baum abgesägt wurde, darf das geschädigte Dorf sieben Jahre lang keinen Maibaum mehr aufstellen. Der Maibaum wird frühestens am letzten Maitag durch die Dorfbewohner geworfen (gefällt) und mit einem anschließenden Fest der Tag beendet.