Die Zwerge bei Mulkwitz

An einem Waldrand nördlich von Mulkwitz befindet sich eine Art Schanze aus Sand.

Die südliche Seite des Sanddammes wurde vom Wasser weggeschwemmt. Deshalb sagen die Leute, dass dort sehr viele Luttchen (sorb. Zwerge) gewohnt haben. Dieser Ort wird heute noch "Dubrawiza gora" genannt, weil es der feste Sitz der Luttchen gewesen sein soll.

Die Schlangenkrone

In Weißwasser gab es eine arme Frau, die in den Tiergarten hinter dem Jagdschloss bei lodowa jama (sorb. Eiskeller) ging, um Heidekraut zu schneiden.

In den Wald nahm sie immer ihr dreiviertel Jahre altes Kind mit und legte es während des Heidekraut sichelns ins Gras. Das Kind war in einem weißen Tuch eingewickelt und auf Deckbetten gelegt. Als nach einer Weile das Kind zu ruhig war, ging die Mutter nachsehen, ob alles in Ordnung ist.

Sie fand einen großen Haufen Ottern bei dem Kind und dazwischen eine große smija (sorb. Schlange) mit einem blinkenden Steinchen auf dem Kopf. Daraufhin traute sich die Mutter nicht an die Schlangen heran und ging wieder weg. Nach einer Weile schaute sie wieder nach ihrem Kind und da waren nur noch die Ottern bei dem Kind. Erst beim dritten Mal nachsehen waren die Nattern verschwunden und auf dem weißen Tuch lag eine Krone des Natternkönigs.

Die Mutter nahm ihr Kind mit der Krone nach Hause und berichtete von ihrem Ereignis. Als das die reichen Leute der Stadt hörten, boten sie viel Geld für die Krone. Die Mutter verkaufte die Krone für mehrere Hundert Taler und konnte seitdem in Reichtum mit ihrem Kind leben.

Der Drache in Rohne

In Rohne gab es einen Bauern namens Spreitz, der hatte einen Plon (sorb. Drache).

Dieser Plon machte den Bauern reich. Eines Sommers lag hinter dem Stall ein Haufen Streu. Auf diesem Streuhaufen lag immer nach Sonnenuntergang und bei großer Hitze der Drache als buntes Kälbchen getarnt, um sich auszuruhen. Als die Kinder nun in ihren Windeln das Kalb vom Streu jagen wollten, sagte die Mutter: „Kinder lasst ihn zufrieden“ und gab dabei nicht zu, dass es in Wirklichkeit der Plon ist.

Die Familie Spreitz, so sagen die Leute, hatte auch immer eine verschlossene Kammer, wo der Plon gewohnt haben soll. Als nun die Tochter heiraten wollte, sollte sie den Plon in die neue Wirtschaft mitnehmen. Die Tochter wollte den Drachen jedoch nicht mitnehmen und der Drache selbst wollte auch nicht fort. In seiner Wut und zur Rache brannte der Plon, am Hochzeitstag, als die Gäste bei Tisch waren, das Haus nieder. Man erzählt sich, dass der Plon mitverbrannte und dass die Geschichte vor 50 Jahren passiert sein soll.

Der Bludzisch

In einer dunklen Nacht fuhr der Wirt Nagorka aus Rohne von Spremberg nach Hause.

Auf der Fahrt dachte er bei sich: „Ach was würde ich dafür geben, endlich zu Hause zu sein.“ Als das Gespann die Waldstraße verließ, konnte der Wirt den Weg nicht mehr sehen. Da kam ihm der Bludzisch entgegen, setzte sich hinter die Deichsel des Gespanns und leuchtete dem Wirt den Weg bis auf seinen Hof.

Als der Wirt Nagorka gesund und glücklich zu Hause war, sagte er: „Der Bludzisch muss bezahlt werden" und schmiss ihm einen Pfennig in die luze (sorb. Pfütze), vor der Haustür.“ Am nächsten Morgen war die Pfütze komplett leer. Man sagt der Bludzisch habe, um an den Pfennig zukommen, die Pfütze ausgetrunken.

Die Salzquelle

Zwischen Rohne und Trebendorf gibt es einen großen Waldflecken, der den Namen dubrawiza trägt.

In diesem Wald wohnte einst ein Bauer, der hieß Buder. Dieser Bauer hatte einen geheimnisvollen Brunnen, der etwas Unheimliches verbreitete.

So geschah es nun vor etwa 200 Jahren, dass ein Fremder in diesem Waldstück Streu für seine Ernte aufarbeitete. Um seinen Durst zu löschen, holte er sich einen Topf  Wasser aus einer nahe gelegenden frischen Quelle. Den Topf mit Wasser ließ der Fremde in der heißen Sonne stehen und machte sich wieder an seine Arbeit. Als er nach getaner Arbeit nach Hause gehen wollte, war der Topf voll Salz.

Daraufhin suchte der Fremde und andere Leute nach der Quelle, um an das weiße Gold zu gelangen, aber diese Quelle wurde nie wieder gefunden. Man sagt, dass die Quelle unweit von Buderka zufinden ist und dass der Brunnen des Bauern Buder heute noch existiert.