Dokumentation einer Diskussion

In den Jahren 2008 und 2009 fand in unserem Gästebuch eine lebhafte Diskussion statt, wobei viele Aspekte rund um Bergbau und Umsiedlung diskutiert wurden.

sternschnuppe       

19-07-2008

Eine Anmerkung zur Plakataktion gegen Vattenfall finde ich nicht so gut. Man sollte langsam mal aufhören sich an das sorbische Kulturerbe zu klammern.Wichtig wäre es doch jetzt die Gemeinschaft zu sehen.Wenn jeder nur für seine eigenen Interessen kämpft, kann nichts gutes herauskommen. Vattenfall gibt genug Geld für eine Umsiedlung und schließlich waren die Slawen schon immer auf Wanderschaft und sollen jetzt nicht so tun als wäre hier ihre Heimat.

 

jkr (Admin)       

22-07-2008

Hallo Sternschnuppe!

Dein letzter Satz ist das Allerletzte. Mehr will ich gar nicht dazu sagen.

 

sternschnuppe       

24-07-2008

hallo admin,
wenn man die Geschichte verfolgt, ist es doch so gewesen, dass die Slawen nur auf Wanderschaft waren und sich einige von ihnen hier niedergelassen haben. Warum denn gleich so angegriffen, wenn es doch den Tatsachen entspricht. Wird Vattenfall nicht genug Geld aus der Tasche gezogen. Ich kann dazu nur eines sagen, in Mühlrose eine neue Kegelbahn, obwohl Mühlrose umgesiedelt werden soll. So eine Geldverschwendung!!!!

 

jkr (admin)       

24-07-2008

Slawen - Wanderschaft:

Das ist ja wohl alles 1000 Jahre her - oder nicht? In den letzten 10 Jahren kam jedenfalls kein wilder Slawe mit seiner Ziegenherde hier vorbei und hat sein Zelt in meinem Garten aufgebaut. Unfassbar.

Vattenfall - Geld:  Vattenfall wird also Geld aus der Tasche gezogen????? Interessante Ansicht.

Hier werden Leute -mit staatlicher Hilfe- heimatlos gemacht, damit Vattenfall -ein PRIVATES UNTERNEHMEN- hier weiter ordentlich Geld verdienen kann. Vattenfall hat in den letzten Jahren Milliarden verdient. Die Kegelbahn sorg für gute Stimmung pro Vattenfall - das ist gut angelegtes Geld (für die).

Wann werden Leute wie Du endlich begreifen, dass die hier nicht einen Euro ausgeben, der für die keinen Sinn (=Werbung, Stimmung) macht????
Das ist doch genau der Punkt, den wir kritisieren: In der Öffentlichkeit gibt man sich generös, aber wenns um die Betroffenen geht, wird man hartleibig.

Das werden die Trebendorfer auch noch merken, wenn der Grdlg.-Vertrag unterschrieben und Trebendorf für Vattenfall nicht mehr werbewirksam genug ist.

 

panzerfahrer - Slawische Geschichte oder mehr       

02-08-2008

Hallo, nun ja, es ist nicht nur slawische Geschichte. Es ist auch eine Art Rechtfertigung um sagen zu können, daß die Niedere Muskauer Heide in der gesamten Ausdehnung von Mühlrose, Rohne bis Weißkeißel, ja bis fast an die polnische Grenze zu dieser Zeit ein zusammenhängendes Waldgebiet gewesen war und alles was älter als 1000 Jahre an Geschichte hat an Waldgebiet und wenn dann noch Baumreste stehen, ja dann wird es eben zum Urwald. All diese Fakten sind auf alten Karten hinterlegt. Dies ist ein Grund, warum es auch Leute gibt, die gerne wollen daß dies alles der Nachwelt erhalten bleibt und erst recht dann, wenn sich die ganz wenige Kohle die drunter ist, nur zum Verheizen eignet.

 

sternschnuppe       

24-07-2008

Heimatlos wird hier keiner gemacht und erst Recht nicht mit staatlicher Hilfe. Es wird jedem Umsiedler doch die Möglichkeit von Vattenfall eingeräumt, sich seinen neuen Wohnstandort auszusuchen. Ihr solltet endlich mal anfangen zu lernen, mit neuen Situation besser umzugehen.
Natürlich ist Vattenfall ein großes privates Unternehmen, welches sich auch leisten kann, eine gute Werbung zu machen. Es ist nun mal für unsere Region der größte Arbeitgenber. Wenn dieser hier dicht machen würde,sehe es mit Strom und Arbeitsplätzen aber gewaltig schlecht aus.

 

jkr (Admin)       

24-07-2008

Interessante Ansicht.

Wenn also mein Haus, die nähere Umgebung, die Stätten meiner Kindheit, z.B. der Tiergarten, zerstört werden, dann bin ich hinterher also nicht heimatlos (= meine Heimat los). Was denn dann?

Keine staatliche Hilfe: Was ist denn mit dem "Regionalen Planungsverband"? Ist das keine staatliche Institution, welche die Möglichkeit hätte, die Daumenschrauben (=die Bedingungen, unter denen sich eine Umsiedlung "sozialverträglich" nennen darf) anzuziehen. Aber sie tun es nicht. Wenn das mal keine Hilfe (meinetwegen durch Unterlassen) ist.

Und was ist mit dem "Bundesberggesetz"? Dieses Uralt-Gesetz aus Kriegszeiten gibt den Bergbautreibenden alle möglichen Rechte bis hin zur "Grundabtretung" (=Zwangsenteignung zum Verkehrswert) oder "vorzeitige Besitzeinweisung" (=Durchführung einer Zwangsenteignung, obwohl noch nicht alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft wurden). Wenn das keine staatliche Hilfe ist.

Arbeitsplätze:

Eigentlich bin ich es leid, über Themen zu streiten, die sich jeder im Netz "ergoogeln" kann.
Tatsache ist, dass Vattenfall Europe Mining & Generation (Tagebaue und Kraftwerke) noch ca. 8000 Beschäftigte hat. Eigentlich müsste man noch ca. 300 abziehen, da ein Kraftwerk bei Leipzig steht, aber wir wollen mal nicht so sein.

2002 hatte VE M&G noch 10.000 Beschäftigte. In wenigen Jahren sind 2000 Arbeitsplätze oder 20% ABGEBAUT worden. Seit der Wende sind insgesamt 92% der Arbeitsplätze in der Kohle vernichtet oder ausgegliedert worden. Die Kohle ist also der größte VERNICHTER von Arbeitsplätzen. Ich kenne einen, der bei VEM arbeitet, aber ich kenne 6 oder 7, die nach der Wende ausgegliedert oder rausgeschmissen wurden.

Ist Dir evtl. mal in den Sinn gekommen, dass ein Tagebau auch Neuansiedlungen von Firmen verhindern kann?? Gestörte Infrastruktur (Umwege), Unsicherheit des Standortes (man denke an das Industriegebiet in Spremberg, dass einem möglichen Tagebau Spremberg-Ost weichen müsste).

Strom:

Wir (die Lausitz) erzeugen zig-mal mehr Strom als wir selbst verbrauchen. Braunkohlekraftwerke sind (wie auch Atomkraftwerke) eigentlich Grundlastkraftwerke, also wichtig für Verbraucher, die rund um die Uhr große Strommengen verbrauchen. Sprich große Industriebetriebe. Die gibts hier aber nicht gerade in Massen.

Außerdem existiert seit 1998 ein europaweit liberalisierter Strommarkt. Dies bedeutet, dass ein Großteil des Stromes, der hier auf unserem Rücken erzeugt wird, in Berlin, in Hamburg und der Rest europaweit verkauft werden kann und auch wird. So siehts aus.

"An die Situation anpassen":

Umsiedler zu sein oder zu werden, ist ein emotionaler Ausnahmezustand, den man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Ob man sich an eine solche Situation "anpassen" kann, wage ich mal zu bezweifeln.

Ich hoffe für Sie/Dich,dass Ihnen/Dir diese Situation erspart bleibt.

 

auch umsiedler       

28-07-2008

hallo jkr...sehr guter eintrag...bravo

 

sternschnuppe       

31-07-2008

hallo auch umsiedler,
es wäre doch nun endlich mal an der Zeit Leuten aus Trebendorf und den umliegenden Gemeinden zu berichten, was ihr denn nun wirklich als Umsiedler bekommt. Meiner Ansicht nach kann mann sich doch glücklich schätzen, wenn man für ein altes Haus und ein unordentliches Grundstück noch 300000,-


auch umsiedler       

31-07-2008

ist echt der hammer...altes aus und unordentlich...ich kann nicht dafür das du nicht die ahnung und das wissen hast...bei dir spricht nicht der verstand sondern der neid...dein eintrag ist einfach dumm...und haltlos

 

Beobachter       

10-08-2008

Hallo "auch umsiedler"

Finde es toll, dass du dich mit Verstand und Neid beschäftigst. Was ich aber bisher nicht wusste, dass du ein Hellseher bist. Kannst du wirklich über Verstand und Neid anderer Leute entscheiden oder war das wiedermal nur ein umsiedlerspruch.
Ihr sollte alle nicht nur auf anderer Leute Berichte reagieren, sondern selbst einmal agieren.
Vieleicht kannst du als "auch umsiedler" den Menschen dabei erklären warum du dich von Vattenfall umsiedeln lässt.
Auch sollte ihr euch überlegen was Heimat überhaupt ist. jkr - heimat ist nicht nur das Haus in dem du wohnst, auch in einiger Entferung ist noch deine Heimat. Dies scheint aber für euch nicht so wichtig zu sein. Schließlich will man ja das bestmögliche aus der Umsiedlung heruasholen. Da werden manche Definitionen schon geändert und gedreht.
So, nun könnt ihr wieder reagieren, sonst sagt ja keiner bei euch die Meinung.

 

jkr (admin)       

31-07-2008

Hallo, Sternschnuppe!

Der Zustand des alten Hauses ist die eine Seite.

Tatsache ist, dass man halt ein neues Haus bauen muss - und zwar nicht freiwillig.

Natürlich sollte jemand, der eine neues oder ein gut gepflegtes, renoviertes älteres Haus hat, mehr bekommen als jemand, der sein Haus vernachlässigt.

Trotzdem muss die Entschädigung auf jeden Fall für ein neues Haus reichen. Oder nicht?