Mulkwitzer Kippe

Die Mulkwitzer Kippe

 

Auf einer Informationstafel an der Westkippe ist zu lesen:

Naherholungsgebiet Mulkwitzer Kippe (Außenhalde Nochten)

Die Mulkwitzer Kippe entstand in den Jahren 1964 - 1974 westlich der Orte Mulkwitz und Rohne durch Aufschüttung der Aufschlußmaterialien des Tagebaues Nochten. Vor der bergbaulichen Inanspruchnahme wurden die überkippten Flächen vorwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Neben ausgedehnten Kiefernwäldern, die teilweise mit Birke gemischt waren, wurde auch der "Alte Luschk", ein typisches Feuchtgebiet der Lausitz, ein Opfer der Braunkohle.

Die Holzeinschlagarbeiten erfolgten in den Jahren 1964 - 1970. Etwa zeitgleich wurden die Ost- und die Westkippe auf 26 - 34m gekippt. Damit wurde eine Gesamthöhe von 150m über NN erreicht. Die Kippe ist ingesamt 410ha groß. Davon sind 250ha Böschungen und 160ha Plateauflächen. Von der Plateaufläche werden auf der Ostkippe 50ha landwirtschaftlich genutzt.

Das Gebiet ist äußerst brandgefährdet. Es gehört zur höchsten Waldbrandgefahrenklasse. Arme Sandstandorte und auch der geringe Niederschlag von jährlich 500 - 550mm sind dafür neben weiteren Kriterien verantwortlich. Der Wind weht vorwiegend aus westlichen Richtungen.

Nach erfolgter Melioration wurde 1971 mit der Aufforstung der Kippen begonnen. Es wurden zunächst 58ha Plateaufläche mit Kiefer, Birke und Roteiche bepflanzt. Die Aufforstung erfolgte auf 250ha mit Weißerle, Roterle, Birke, Kiefer, Aspe, Pappel, Weide, Robinie und mit Sträuchern. Diese Arbeiten wurden 1980 abgeschlossen.

Maßgeblichen Anteil an der Rekultivierung der Kippen hatten Herr Dr. Sauer vom BKW und der damalige Revierförtser G. Scammell.

In den Jahren 1992/93 machte sich eine erneute Rekultivierung erforderlich. Es mußten 50ha Böschungen neu angelegt werden. Erosionsrinnen wurden beseitigt bzw. mit Faschinen ausgelegt. Auf der Plateaufläche der Westkippe wurden 52ha mit Traubeneiche, Birke, Robinie, Roteiche, Eberesche, Feldahorn, Europäischer Lärche und Winterlinde neu bepflanzt. Bei der Gestaltung der Flächen, der Auswahl der Baumarten und der Sträucher wurde neben der Holzproduktion, der Landeskultur und der Biotopgestaltung besondere Aufmerksamkeit gewidmet. So entstanden Wanderwege, Aussichtspunkte und Teiche. Die heimische Tierwelt, wie z.B. Rot-, Reh- und Schwarzwild, aber auch Hase und Fuchs, hat diese Flächen wieder in Besitz genommen.

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Quelle: Sächsisches Forstamt Weißwasser