Der Tiergarten

Tiergarten

Der Tiergarten, der zu Pücklers Zeiten auch Jagdpark genannt wurde, befindet sich westlich von Weißwasser.

Im Gebiet diese Tiergartens suchten die slawischen Ureinwohner, noch vor der Besiedlung durch germanische Stämme, Ihren "Heiligen Hain". Der "Heilige Hain" ist ein Waldstück, welches die Ureinwohner für religiöse Handlungen nutzten. Den Herren der Standesherrschaft Muskau diente der Urwald in der Nähe des "Heiligen Haines" als Jagdparadies. 1680 wurde ein kleines Jagdhaus für Jagdandachten gebaut. Zur gleichen Zeit wurde der umliegende Wald als Wildgehege eingezäunt, der später immer wieder erweitert wurde.

Erst Pückler gestaltete die unmittelbare Umgebung parkähnlich und ließ dabei eine Schlosswiese im englischen Landschaftstil anlegen. Er baute Pirschwege für die Könige und Kurfürsten, die mittlerweile im vergrößerten Jagdhaus, das jetzt Jagdschloss genannt wurde, übernachteten und Feste feierten. Die umliegenden Wälder wurden nicht umgestaltet, um den natürlichen Charakter zu erhalten. Der Fürst ließ sich seinen ganz persönlichen Weg, den "Grünen Weg", in den Wald schlagen, um all seine Errungenschaften bis zum Schloss betrachten zu können. Er gestaltete auch Gewässer um, beispielsweise den Waldweiher am ehemaligen Schloss, der das Urwaldliche noch unterstützte.

Pückler selber war erstaunt über die alten mächtigen Kiefern, Fichten und Eichen, das reichhaltige Heidel- und Preiselbeerkraut, die Farnkräuter sowie den wilden Rosmarin, welchen er im Tiergarten erstmalig vorfand.