Neues andere Umsiedlungen

Auch andere Orte sind von der Umsiedlung betroffen oder kämpfen seit Jahren dagegen, z.B. der im Süden Leipzigs gelegene Ort Heuersdorf oder Orte im rheinischen Revier.

Informationen zu Orten in Südbrandenburg finden Sie unter "Neues Politik/Planung"

rp-online.de, 23.01.2008, VON KRISTINA HELLWIG

Unterstützung für Umsiedler

Erkelenz (RP) - Die Umsiedlungsorte wachsen. Bürgermeister Peter Jansen wünscht sich von Seiten des Bergbautreibenden mehr Verständnis für die Betroffenen. Auch die Stadt tritt dieses Jahr in Entschädigungsverhandlungen ein.

Mit einer deutlichen Aussage zum Thema Umsiedlung hat Bürgermeister Peter Jansen das Jahr 2008 begonnen. Sowohl beim Schöffenessen als auch beim Neujahrsempfang forderte er von den Verantwortlichen bei RWE Power großzügige Entschädigung für die Opfer und schnelle Entscheidungen. Im RP-Gespräch sagte er jetzt: „Viele Dinge ließen sich leichter regeln, wenn der Bergbautreibende mehr Verständnis für die Menschen hätte, statt nur die Regeln abzuarbeiten.“ Die Entschädigungsverhandlungen mit den Umsiedlern könnten zwangsläufig nicht emotionslos ablaufen, „auch wenn wir versuchen, alles so sachlich wie möglich zu regeln“.

„Man sieht, dass sich etwas tut“

Die Gefühlslage der Umsiedler wechselt immer wieder. Im Moment sei so etwas wie Aufbruchstimmung zu spüren, sagt Gisela Berger, Vorsitzende des Bürgerbeirats von Immerath, Lützerath und Pesch. Die ersten Umsiedler wohnen in Immerath (neu), mehr als ein Dutzend Gebäude steht oder ist im Bau. Etwa die Hälfte der Immerather hat die Verhandlungen aufgenommen, in Borschemich sind es sogar zwei Drittel. „Man sieht, dass sich etwas tut“, sagt Gisela Berger.

Und doch ist die größte Sorge des Bürgerbeirats nicht ausgeräumt: Können auch die Menschen, die ältere und kleinere Häuser haben, in der Umsiedlung bestehen? Reicht die Entschädigung für den Neubau am neuen Ort? Sie seien der Gradmesser für die Umsiedlung, meint Berger. Insofern täusche das Bild an den Umsiedlungsorten: Die zurzeit dort entstehenden Häuser spiegelten nicht den Standard wider.

Bei allem Fortschritt bleibe die Umsiedlung ein Kraftakt, weil die Abläufe oft nicht so seien, wie in der Theorie beschrieben, sagt Berger. Vor allem die Verhandlungen von der ersten Bestandsaufnahme bis zum Vertragsabschluss mit RWE Power dauerten oft noch zu lang. Bis zu 18 Monate waren es 2007, berichtet auch Bürgermeister Jansen.

Um die aktuelle Entschädigungspraxis soll es bei den im Herbst vom Stadtrat beschlossenen Infoveranstaltungen gehen. Sie sind für den 19. Februar in Borschemich und den 21. Februar in Immerath geplant. Weiteres Thema ist laut Jansen die soziale Infrastruktur in den Umsiedlungsorten. Darüber verhandelt die Stadt in diesem Jahr mit RWE Power. Es stehe fest, dass Einrichtungen wie Spiel- und Sportplätze, Feuerwehrhäuser oder städtische Veranstaltungsstätten wieder gebaut werden, betont Jansen. Zu verhandeln sei der Standard. Für Jansen gibt es aber keinen Zweifel: Maßstab müsse die hohe Qualität vergleichbarer Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet sein. Zurzeit läuft die Bestandsaufnahme der städtischen Gebäude – im Laufe des Jahres sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein.

www.buergerbeirat-immerath.de