Neues Kupferbergbau

Zwischen Spremberg (Brandenburg) und Weißwasser (Sachsen) befindet sich in über 1000m Tiefe ein Kupfervorkommen. Nachdem zu DDR-Zeiten eine begonnene Erschließung abgebrochen wurde, gewannen im Jahr 2007 eine polnische (um Weißwasser) und eine panamesiche (um Spremberg) Firma eine Ausschreibung zur Erkundung dieses Vorkommens.

Lausitzer Rundschau, 23.01.2010

Auf Kupfersuche in Schleife

Schleife - Derzeit bereitet die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH die Erkundungsbohrung am Bohrloch 133 in Schleife vor. „Der Bagger ist vor Ort, der das Standrohr setzt. Das ist das Startbohrloch für die Erkundungsbohrung.“ Das hat Volker Spieth, Technischer Geschäftsführer der KSL, am Donnerstagabend während einer Informationsveranstaltung im Sorbischen Kulturzentrum in Schleife erklärt. Für diese Arbeiten werden zirka noch zwei Wochen benötigt, anschließend wird das Bohrgerät aufgebaut.

„Dafür brauchen wir auch noch einmal etwa eine Woche – Sie können also davon ausgehen, dass wir in etwa drei Wochen die Fahrt hier aufnehmen“, so Spieth. Das KSL-Team ist hoffnungsvoll, dass auch hier am Bohrloch 133 – so wie in der Nacht zum Donnerstag bei der Bohrung 136 im Gewerbegebiet Spremberg geschehen – das vermutete Kupfererz nachgewiesen wird. „Hier in Schleife sind unsere Anstrengungen noch etwas größer, denn wir müssen nicht nur 1000 Meter tief bohren, sondern etwa 1550 Meter.“ Spieth bedankte sich beim Schleifer Horst Nowak, auf dessen Grundstück an der Verbindungsstraße Schleife-Lieskau, unmittelbar an der sächsisch-brandenburgischen Grenze, der Bohrplatz eingerichtet werden konnte. Für ihn und andere Anwohner dicht dabei, so Spieth, ist eine zusätzliche Lärmschutzwand errichtet worden. Die ist 80 Meter lang und 4,50 Meter hoch. „Die bremst die Auswirkungen.“

Kein Lärm

Wobei am Donnerstagabend mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass von den Erkundungsbohrungen kein Lärm ausgehe, aber die Geräusche beim Nachsetzen der Bohrstange ungewohnt seien und deshalb durchaus als Krach wahrgenommen werden können. Laut Betriebsplan darf KSL tagsüber 60 Dezibel und nachts 45 Dezibel nicht überschreiten. „Die Geräte sind so eingekapselt und gedämmt, dass diese Werte eingehalten werden“, versicherte der Geschäftsführer. Was mögliche Fahrzeugbelastungen angeht, so haben die Schleifer in der Phase der Montage und beim späteren Räumen des Bohrplatzes jeweils bis zu fünf Taggen mit einem erhöhten Aufkommen zu rechnen. Die Strecken, die die Fahrzeuge nutzen dürfen, sind festgelegt. Volker Spieth betonte, dass Schäden, die dadurch möglicherweise entstehen, anschließend behoben werden. „Während der Bohrphase gibt es normalen Pkw-Verkehr.“ Die Arbeiten am Bohrloch 133 in Schleife werden etwa drei bis vier Monate dauern, und es wird rund um die Uhr, ob wochentags oder sonn- und feiertags gearbeitet. Kosten um 2,5 Millionen Die Kosten inklusive aller Serviceleistungen betragen zwischen 2,5 und 2,7 Millionen Euro, hieß es seitens des Unternehmens. „Nach Abschluss der Erkundungsbohrung hier in Schleife wird das Bohrloch verfüllt, und der gesamte Bohrplatz rekultiviert.“ Dafür gibt es einen Ausgleichsplan, für den vom kleinsten Pflänzchen bis zum größten Vogel alles untersucht und festgehalten wurde, hieß es. Ein etwa 30 Meter tiefer Brunnen, der für die Wasserversorgung der Bohrung benötigt wird, will KSL anschließend der Gemeinde Schleife überlassen. Die nutzt dieses Wasser dann für die Versorgung der Grabensysteme. Ausdrücklich versicherte Spieth, dass es auch in Schleife keine Schächte, keinen Tagebau geben wird. Zum Thema Arbeitsplätze stellt er mehr in Aussicht, als es Suchende gebe. „Nicht in Schleife, aber nicht weit weg von hier.“ Spieth denkt an einen mittelständischen Betrieb mit bis zu 1000 Leuten „und noch drei Mal so viel an Dienstleistern – das ist die Perspektive, die wir vermitteln wollen.“ Die KSL-Planungen gehen von einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren aus. Ob die Veredelung des Kupfers ebenfalls in der Region stattfindet, dazu seien die Überlegungen noch nicht abgeschlossen. Reinhard Bork dankte Volker Spieth und dessen Team für die ausführlichen Informationen zur Kupferschiefer-Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife. „Wir erhoffen uns, dass dadurch die Wirtschaftskraft gestärkt werden kann und wir in drei, vier, fünf Jahren davon sprechen können, dass hier Kupfer abgebaut werden kann.“ Damit würde sich auch für junge Leute eine Perspektive eröffnen, in der Region zu bleiben. Bork bat, ansässige Firmen soweit es möglich ist einzubeziehen. Bei der Einrichtung des Bohrplatzes ist das bereits erfolgt, bedankte sich der Gemeindechef und versicherte, dass die Kommune das Vorhaben unterstützt, das noch vor Jahren als utopisch angesehen wurde.