Neues Initiativen/Protest

Spätestens seit Horno regt sich in der Lausitz Widerstand gegen die Braunkohlenförderung. Neues dazu hier.

Rietschen erhebt Einspruch gegen den Hauptbetriebsplan


Lausitzer Rundschau, 02.02.2009

Rietschen Die Gemeinde Rietschen ist gegen den Hauptbetriebsplan Tagebau Reichwalde in Einspruch gegangen. Darüber hat Bürgermeister Eberhardt Meier (Freie Wähler) während der Einwohnerversammlung zur Schöpsverlegung im Rietschener Kinocafé berichtet.
Grund für den Einspruch war laut Meier, dass das Unternehmen Vattenfall plane, den Tagebau ohne Vorschnitt zu fahren. Das bedeutet laut Bürgermeister, dass die Zeiträume für die Renaturierung der Flächen länger dauern und dass die wertvollen Böden aus der Schöpsaue für immer verloren gingen.

Hansjürgen Domko, Referent Tagebau Reichwalde, meinte dazu, dass diese Vorgehensweise wirtschaftliche Gründe habe. Er räumte ein: „Aber wir haben noch keine Stellungnahme des Bergamtes dazu vorliegen.“ Wie Domko den Rietschenern berichtete, soll der Tagebau Reichwalde im August 2010 wieder angefahren werden, nachdem dort die Förderbrücke im April 1999 ihre Arbeit eingestellt hatte. Vom Vorrücken des Tagebaus – er soll 366 Millionen Tonnen Braunkohle vorrätig haben und wird 35 Jahre andauern – sind keine Wohnsiedlungen betroffen, wohl aber landwirtschaftliche, infrastrukturelle sowie Naturschutzflächen betroffen. So werden Teile der Hammerstädter Teiche abgebaggert (60 Hektar werden in Anspruch genommen, 50 Hektar bleiben erhalten); der Schöps muss verlegt werden (die RUNDSCHAU berichtete) und die Bahnstrecke Berlin-Cottbus-Görlitz wird ab 2030 in Mitleidenschaft gezogen. Im Zuge der Fortführung des Tagebaus Reichwalde wird im Raum Rietschen eine Dichtwand errichtet. Diese werden 40 bis 42 Meter tief sein, erklärten die Verantwortlichen von Vattenfall auf Anfrage während der Einwohnerversammlung. rw
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