Neues Trebendorf/Mühlrose

Auch in den Nachbarorten Trebendorf und Mühlrose stehen Teilortsumsiedlungen an, zeitlich noch vor Rohne und Mulkwitz. Außerdem kämpft der Kernort Mühlrose um eine vorzeitige, gemeinsame Umsiedlung, da Mühlrose bereits in den 1970er und -80er Jahren direkt am Rand des Tagebau Nochten lag. Dieses Schicksal würde sich nun wiederholen.

„Es gibt noch einige Reibungspunkte“


Lausitzer Rundschau, 29.01.2009

„Bevor die Bebauungspläne für die sieben Umsiedlungsstandorte in Trebendorf rund sind, ist noch vieles zu klären.“ Dieses Fazit hat Planer Ansgar Kaup am Dienstagabend während einer Informationsveranstaltung im „Kastanienhof“ gezogen. Obwohl schon zahlreiche Gespräche mit Umsiedlern und Anwohnern stattfanden, sind weitere notwendig, um noch vorhandene Reibungspunkte aus der Welt zu schaffen.

Ein solcher Reibungspunkt ist zum Beispiel die Zufahrtstraße zum neuen Wohngebiet Am Pechofen. Laut B-Plan-Entwurf, den Planer Ansgar Kaup am Mittwochabend erläuterte, soll diese Erschließungsstraße über die jetzige Dorfstraße führen. Doch die ist in diesem Bereich schon jetzt viel zu eng, so dass sie nicht für zwei Autos nebeneinander reicht. Deswegen kritisieren die Anwohner die jetzigen Überlegungen und machen aus ihrer Kritik auch keinen Hehl. Einer, der darauf hinwies, war am Dienstag auch Werner Weskalnys. Bürgermeister Peter Mäkelburg unterstrich das. Doch so wie Kaup bat auch er, solche Dinge noch einmal in kleiner Runde anzusprechen. „Ohne Kompromisse wird es trotz allem nicht funktionieren“, vermutete Mäkelburg.

Im Oktober hatte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für die Bebauungsplanung für insgesamt sieben Wohngebiete für die Umsiedler in Trebendorf gefasst. Diese tragen die Namen: Neu-Hinterberg, Ortsmitte, An der Windmühle, Am Pechofen, Kaupe an der Bahn, Kaupe und Kaupe am See. Am Mittwoch erläuterte Kaup nun, wie weit diese Planungen fortgeschritten sind, nannte Hinweise, die zu beachten sind, wie unter anderem im bereich Neu-Hinterberg der Abstand zum FFH-Gebiet oder dass für Kaupe die Ausgliederung aus dem Landschaftsschutzgebiet beantragt wurde. „Zwei Bürgerabstimmungen sind auch schon durchgeführt worden." So geht es ja nicht nur darum, die neuen Standorte für die Umsiedler schön und praktisch zu planen, sondern vor allem auch darum, mit den vorhandenen Anwohnern einig zu werden.

Bereits fertig gestellt sei eine Baufibel, die grundsätzlich empfehlenden Charakter habe. Doch einige wenige Gestaltungsmerkmale – zum Beispiel Dachneigungen – sollen im Bebauungsplan festgeschrieben werden. Das Warum verdeutlichte Planer Ansgar Kaup anhand von Fotos, auf denen zum Beispiel ein bunter Mix von Hausformen zu sehen waren, wo unter anderem eine zweigeschossige Toscanavilla neben einem einfachen Einfamilienhaus stand. „Wir wollen an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger für das gesamte Ortsbild appellieren.“ Ein Drittel der Häuser in Trebendorf entsteht neu. „Da gilt es Maß zu halten und Rücksicht zu nehmen. Deswegen die Baufibel“, so Kaup. Anhand von Fotos aus Neu-Horno wies er auf gelungene Bauweise, angelehnt an regionale Traditionen hin.

Gemeinderat Tilo Niemz kritisierte die Festlegungen und sagte unter anderem: „Ich weiß, dass dann einige wohl nicht hier bauen werden.“ Es sei Wille der Bürger gewesen, an der hiesigen Baukultur festzuhalten, erinnerte Kaup an das Ergebnis einer Bürgerbefragung in den Dörfern der Verwaltungsgemeinschaft, als es um das Gesamt-Entwicklungskonzept der drei Gemeinden ging. „Dass Tilo das sagt, ist o.k. Aber einen gewissen Rahmen braucht es – es gibt ja auf der Straße auch Geschwindigkeitsbegrenzungen“, formulierte es Mäkelburg.

Dass am Ende Einheitshäuser mit gleicher Dachneigung überall in Trebendorf stehen könnten, vermutete Einwohner Holger Langer. „Für eine Photovoltaikanlage ist die festgeschriebene Dachneigung nicht richtig, und andere wollen ein Eigenheim in Bungalowform bauen, das ist gar nicht berücksichtigt worden.“ Mit einem Walmdach könnten Bungalow-Häuser gebaut werden, meinte Kaup. Langer konterte, das sei aber viel teurer. „Wer trägt denn dann die Mehrkosten…?“

Bürgermeister Peter Mäkelburg hakte ein, dass ja noch viel geredet werde, bevor die Bebauungsplanung beschlossen wird. Das sei Sache des Gemeinderates. Doch dieser habe noch nie etwas entschieden, ohne vorher die Einwohner einzubeziehen. „Wir brauchen gute Vorschläge, komm und bring dich ein“, forderte er Holger Langer auf.

Prof. Dr. Detlev Dähnert, Leiter Bergbauplanung/-infrastruktur bei Vattenfall, griff den Gedanken auf, als er sich an die Anwesenden wandte: „Sie sind mitten drin, nehmen Sie die Diskussion an, sagen Sie Ihre Meinung, verstecken Sie sich nicht!“ Nur so würde am Ende dem Gemeinderat ein Kompromiss gelingen.