Neues Trebendorf/Mühlrose

Auch in den Nachbarorten Trebendorf und Mühlrose stehen Teilortsumsiedlungen an, zeitlich noch vor Rohne und Mulkwitz. Außerdem kämpft der Kernort Mühlrose um eine vorzeitige, gemeinsame Umsiedlung, da Mühlrose bereits in den 1970er und -80er Jahren direkt am Rand des Tagebau Nochten lag. Dieses Schicksal würde sich nun wiederholen.

Lausitzer Rundschau, 03.11.2008

Erster Mühlroser feiert nach vorgezogener Umsiedlung Richtfest

Schleife  Richtkränze schweben über den beiden Rohbauten am Halbendorfer Weg in Schleife. Bei strömenden Regen hat Bauherr Karl-Heinz Herzog am Mittwoch den letzten symbolischen Nagel im Dachstuhl versenkt.

Der 62-Jährige ist gemeinsam mit seiner Frau Christine und Sohn Daniel Reimann, der in das Nachbarhaus einziehen wird, der erste Mühlroser, der die Möglichkeit der vorgezogenen Umsiedlung wahrnimmt.

"Wir haben 1980 ein baufälliges Zweifamilienhaus in Mühlrose erworben und es in mühsamer Arbeit ausgebaut", erzählt Karl-Heinz Herzog. Es habe sehr weh getan, als er erfahren hat, dass sein Haus dem Tagebau weichen muss. "Das, was man sich selber aufgebaut hat, da hängt man mehr dran, als wenn man etwas hingesetzt bekommt", sagt er. Er ist froh über die Möglichkeit, schon jetzt umzusiedeln. "So ein Bau bedeutet viel Rennerei und Behördengänge. Aus Alters- und Gesundheitsgründen wollten wir das nicht noch weiter hinausschieben", sagt er. Mittlerweile freut er sich auf sein neues Eigenheim. "Solch einen Standort bekommt man nicht so schnell wieder, der ist absolute Sahne", schwärmt er vom neuen Grundstück.

Die Entscheidung für Schleife sei durch günstige Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung im Ort und den Bahnhof gefallen.

Bevor die Baugenehmigung erteilt wurde, musste Karl-Heinz Herzog nach eigenen Angaben ganz schön Nerven lassen. "Für uns stand von Anfang an fest, dass wir einen Bungalow-Typ bauen wollen. Doch als das Projekt fertig war, hieß es plötzlich, dass das nicht in das sorbische Bild passen würde", sagt Karl-Heinz Herzog. Schließlich hat sich doch noch alles zum Guten gewendet.

Zum Richtfest hat er auch die künftigen Nachbarn eingeladen. "Ich wünsche mir, dass wir hier eine genau so gute Nachbarschaft haben werden wie in Mühlrose", so der Bauherr.

Den am Bau beteiligten Firmen, die alle aus der Region stammen, spricht Karl-Heinz Herzog ein großes Lob aus. Ebenso ist er mit der Unterstützung durch Vattenfall sehr zufrieden. Auch Christine Herzog freut sich auf ihr neues Zuhause und hat dennoch gemischte Gefühle. "Schließlich haben wir fast 30 Jahre in Mühlrose gewohnt", sagt sie.

Bürgermeister Reinhard Bork wünschte, dass sich die Familie bald in Schleife heimisch fühlt. "Wir freuen und über die ersten Umsiedler und haben in der Gemeinde versucht, die Wünsche zu berücksichtigen", sagt er.


A. Brinkop