Neues von Vattenfall

Stromkonzerne in einem Boot

Kommentar, Lausitzer Rundschau, 24.12.2008

Die Schlussfolgerung einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie ist drastisch. Deutschlands vier große Stromkonzerne nutzen ihre Vormachtstellung aus, um Privathaushalte und Unternehmen zu schröpfen.

Tatsächlich hat die Art und Weise, wie die Elektrogiganten ihre Gewinne steigerten, indem sie beispielsweise die ihnen kostenfrei zugeteilten Verschmutzungszertifikate für Preiserhöhungen genutzt haben, nicht nur grüne Politiker in Rage versetzt. Für die Lausitz entsteht daraus eine besondere Problemlage. Denn unter den vier ist mit Vattenfall auch das dominierende Unternehmen der Region. Da nützt es dann wenig darauf zu verweisen, dass das teilweise im Besitz des Freistaates Bayern befindliche Unternehmen Eon der weitaus größte Sünder ist – auch im Umgang mit seinen Milliardengewinnen, die er bei Finanzspekulationen verbrannt hat.

Vattenfall hat einige bescheidene Anstrengungen unternommen, ein wenig Distanz zu schaffen und wird beispielsweise die neueste Preiserhöhung nicht mit vollziehen. Aber der Konzern sitzt im Wesentlichen immer noch im gleichen Boot und hat dazu das besondere Stigma des Klimakillers. Die Politik wird auf Dauer nicht umhin kommen, auf dem Strommarkt regulierend einzugreifen.

Zu groß ist inzwischen der Druck insbesondere aus der mittelständischen Wirtschaft. Spätestens dann aber müssen alle Karten auf den Tisch und die Konzerne, auch Vattenfall, den Nachweis erbringen, dass ihr Treiben nicht nur dem Profitstreben dient, sondern allen von Nutzen sein kann.