Berliner Zeitung, 20.10.2007, Blickpunkt - Seite 03

Kohle gegen Kohle

Ein Dorf in der Lausitz musste dem Tagebau weichen. Den Umsiedlern fehlt es an nichts - nur eine Heimat haben sie am neuen Ort nicht gefunden

Martin Klesmann

 

HAIDEMÜHL. Bei aller Dramatik hatte die Umsiedlung des Dorfes für manche in Haidemühl auch gewisse Vorteile. Sie konnten auf elegante Art ihre Nachbarn los werden. Die Umzugsbeauftragten des Energiekonzerns Vattenfall hatten die Bewohner gefragt, ob sie weiter mit ihren bisherigen Nachbarn Tür an Tür leben wollten - oder ob sie sich neue wünschten. Viele wollten neue Nachbarn. 

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Lausitzer Rundschau, 27.09.2007

Wie sich Kausche in den elf Jahren nach der Umsiedlung verändert hat

Was fehlt, ist der Zusammenhalt


Hinter einem Lärmschutzwall an der Bundesstraße 169 bei Drebkau liegt das neue Kausche (Spree-Neiße). Das alte gibt es nicht mehr. Es war das erste Dorf in der Lausitz, das nach der Wende umgesiedelt worden ist. Etwa 380 Einwohner mussten dem Tagebau Anfang der 90er-Jahre weichen. Die damalige Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft (Laubag) baute den den Kauschern dafür ein neues Zuhause. Doch selbst nach elf Jahren ist die schöne neue Welt nicht jedem zur Heimat geworden.

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Lausitzer Rundschau, 20.09.2007

Ein neues Haus bedeutet noch keine neue Heimat

Die Hornoer Pfarrerin Dagmar Wellenbrink im RUNDSCHAU-Gespräch


Mit dem Wort „Umsiedlung“ ist jetzt ein neues Kapitel in der Geschichte der Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz (Spree-Neiße) überschrieben. Zur Fortführung seiner Braunkohleverstromung will der Energiekonzern Vattenfall ab 2020 hier einen von drei neuen Tagebauen aufschließen. Den rund 900 betroffenen Einwohnern hat Vattenfall-Präsident Lars G. Josefsson umfangreiche materielle Entschädigungen versprochen. Aber reicht das aus, den Verlust der Heimat auszugleichen? Die RUNDSCHAU sprach mit Dagmar Wellenbrink, früher Pfarrerin im abgebaggerten Horno.

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